Discovery Art Fair: Neue Frankfurter Kunstmesse feiert am 1. November Premiere

Vom 1. bis 4. November 2018 ist es endlich soweit, die erste Ausgabe der neuen Frankfurter Kunstmesse DISCOVERY ART FAIR öffnet im Forum der Messe Frankfurt ihre Pforten und beweist, wie spannend und vor allem vielfältig aktuelle Kunst sein kann.

Besucher sind herzlich eingeladen ihre neuen Lieblingsstücke aus Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Zeichnung, Mixed Media, Grafik und Urban Art zu entdecken, und das zu Preisen, die Freude machen. Denn das Konzept der DISCOVERY ART FAIR steht für hochwertige Kunst zu bezahlbaren Preisen.
Kunstfreunde dürfen sich auf ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst freuen. Zur Premiere der unter der Schirmherrschaft des Frankfurter Bürgermeisters Peter Feldmann stattfindenden Entdeckermesse zeigen auf 3.000m² Ausstellungsfläche 75 Aussteller aus 14 Ländern die Highlights aus ihren jeweiligen Programmen.

Peintre X, i believe, courtesy the artist

Den international hochbeachteten und äußerst lebendigen Kunststandort Berlin repräsentiert in der Bankenmetropole Frankfurt unter anderen die junge Galerie Z22. Als Produzentengalerie in Wilmersdorf gegründet, entwickelte sich die Galerie schnell zum angesagten Hot Spot, der eigenwillige und starke Künstlerpositionen zeigt und Begleitangebote, wie Filmabende, Lesungen oder Performances offeriert. Wie die Kunstmesse hat sich auch die Galerie zum Ziel gesetzt, nicht nur für erfahrene Sammler hochkarätiger Kunst eine Anlaufstelle zu sein, sondern auch Kunstneulinge zu beraten und Ihnen hochwertige Kunst zu bezahlbaren Preisen anzubieten. An ihrem Messestand zeigt Galerie Z22 neben Arbeiten von Eric Massholder und Andreas Kurus auch Werke des Urban Art Künstlers BENKA. So fröhlich seine in Farbe und Form kräftigen Bilder auch scheinen mögen, sie sind stets Kritik an der Oberflächigkeit unserer Gesellschaft, die Äußerlichkeiten eine absurde Bedeutung zumisst.
Am Stand der in unmittelbarer Nähe zum Berliner Kurfürstendamm angesiedelten Parcus Gallery fallen Besuchern neben Reiner Langers Mixed-Media-Collagen mit altkolorierten Bildelementen vor allem die dicht an dicht mit Nadelspitzen besetzten organisch geformten Objekte von Ildeu Lazarinni ins Auge, in denen sich die brasilianische Künstlerin auf die Suche nach unberührbaren Körpern begibt.

Zahlreiche spannende künstlerische Positionen aus Berlin offenbart auch die Artist Section der Messe.

Anna Vonnemann, Kreuzabnahme, Oel auf Leinwand, 12 Tafeln a 74 x 115 cm, courtesy the artist

Zu den hier vorgestellten Berliner Künstlerinnen zählt Anna Vonnemann, die bei Franz Erhard Walter in Hamburg studierte und in ihren großen Wandtableaus den klassischen Stil des Goldenen Zeitalters der niederländischen Kunst mit den Ideen der Konzeptkunst verbindet. Die überwiegend in Öl auf Leinwand arbeitende Künstlerin verweist auf, und durchbricht aber gleichzeitig, die kunsthistorische Tradition der Nachahmung, indem sie mit Variationen und Details der Einzelmotive experimentiert.

Filigrane und zarte, mithilfe von dünnsten Farbstiften geschaffene Zeichnungen präsentiert die Berliner Künstlerin Kaja el Attar. Ihre kleinen Formate zeigen lebendige und empfindsame, zwischen abstrakten und gegenständlichen Motiven angesiedelte Formen von Fantasiewelten.

Peer Kriesel: Mascarade abstraite I-III, 100cm x 210cm, 2018

Inspiriert von komplexen Problemen der Gegenwart, hat der Berliner Künstler Peer Kriesel ein vielfältiges Œuvre geschaffen. Seine auf Leinwand, Papier oder als Übermalungen von weggeworfenen Papierobjekten wie Verkehrstickets und Eintrittskarten geschaffenen Fratzen und Wimmelbilder sind bewusst gedrängt, eine Explosion von Farben und Charakteren, welche auf den Überfluss an Informationen, Gewalt und Absurditäten hinweisen. In seinen Installationen entwickelt der Künstler diesen Ansatz kalligraphisch zu zeichnerischen Gebilden weiter, so dass sie Betrachter an Graffiti-Tags erinnern.

Peer Kriesel, Bubble, courtesy the artist

Die sehenswerten Arbeiten des Berliner Künstlers Ingo Schrader kreisen um das Thema Raum und seine Wahrnehmung und lassen einen Bezug zur Architektur erkennen. Der Grenzbereich zwischen zwei und drei Dimensionen wird ausgelotet, um dem Geheimnis von Raum auf die Spur zu kommen. Räumliche Illusionen, Spiegelungen oder Farbwirkungen beziehen den Betrachter als Akteur und Empfänger mit ein, erschließen sich meist erst in der Bewegung, in der Veränderung des Umgebungslichtes und machen so die Vielschichtigkeit und Subtilität der eigenen Sinneseindrücke bewusst.

Ronit Baranga, The Choir, courtesy Galerie Klose

Neben den Berliner Teilnehmern präsentiert die DISCOVERY ART FAIR Frankfurt eine Vielzahl internationaler Aussteller-Programme, wie das der renommierten Gallery Tableau aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul oder Arbeiten junger ukrainischer Künstler am Stand der Mironova Gallery aus Kiew, die ein unbändiger Wille auszeichnet, zu aktuellen Themen und Entwicklungen künstlerisch Stellung zu nehmen. Vereint mit etablierteren Positionen wie Günter Uecker, der bei Galerie Nieder zu sehen ist, Carole Feuerman (bei Galerie Klose) oder Mary Bauermeister (präsentiert von Galerie Rosemarie Bassi) ist es vor allem junge und aufstrebende aktuelle Kunst, die die Besucher der Entdeckermesse erwartet. Ob Arbeiten des vielerorts als Newcomer-Star gefeierten Sebastian Herzau (bei dieHO-Galerie), die als „lyrische“ Fotografie bezeichnete Kunst des Stuttgarter Fotografen Rechenmacher, die vielschichtigen und gesellschaftskritischen Werke des Frankfurter Künstlers Richard Reuys oder Urban Art von Eliot the Super und Paintre X – es gibt so viel Neues, was sich zu entdecken lohnt.

Carole A. Feuerman_Contemplation_Öl auf Kunstharz_Courtesy Galeire Klose
Sebastian Herzau, the great below, courtesy DIEHO-Gallery
Katrin Kampmann, Vergiss mich, wenn Du kannst!, courtesy Galerie Rother Winter

Discovery Art Fair Frankfurt – Die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst
2. – 4. November 2018 | Opening 1. November 2018
Forum Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main

Messetermin 2018

Freitag, 2. November bis Sonntag, 4. November
First Choice: Donnerstag, 1. November, 16:00 bis 18:00 Uhr (nur mit Einladung)
Opening: Donnerstag, 1. November, 18:00 bis 22:00 Uhr

Öffnungszeiten

Freitag – Samstag: 11:00 bis 21:00 Uhr
Sonntag: 11:00 bis 18:00 Uhr

Veranstaltungsort

Forum Messe Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1
60327 Frankfurt am Main

Eintritt / Preise

Tagesticket: 15,00 € inkl. Katalog
Ermäßigt: 10,00 €
Opening: 15,00 € inkl. Katalog
Weiterer Katalog: 5,00 €

Freitag, 2. November freier Eintritt für Schüler und Studenten
Kinder unter 12 J. Eintritt frei
Der Zugang zur Messe ist barrierefrei

Weitere Informationen erhalten Sie unter
https://discoveryartfair.com/de/fairs/frankfurt/

art berlin 2018 -27.–30. September 2018

Erstmalig findet die art berlin in zwei Hangars des stillgelegten Flughafen Tempelhof statt, der als geschichtsträchtiger, zentral in der Stadt gelegener Ort, für vielfältige kulturelle Aktivitäten steht.

Rund 120 Galerien aus 21 Ländern bieten der internationalen Kunstwelt einen umfassenden überblick zeitgenössischer Positionen bis hin zu Werken der klassischen Moderne.
Dieses Jahr stellen in der Sektion Galleries mehr als 90 Galerien Highlights ihres Programms vor.

Valley of the Gods, Utah, 1977 © Wim Wenders, Courtesy of Deutsches Filminstitut, Frankfurt a. M.

Der neue Bereich Special Projects ist 28 Einzelpräsentationen und kuratierten Projekten vorbehalten, die den Galerien die Möglichkeiten bieten Künstler umfassender vorzustellen oder thematisch
gegenüberzustellen.

Die 90 Galerien der Sektion Galleries stellen Highlights aus ihrem Programm vor:
A Gentil Carioca**, Rio de Janeiro / Achenbach Hagemeier, Düsseldorf / Galerie Falko Alexander*, Köln / Alma*, Riga / Rolando Anselmi, Berlin / Art+Text*, Budapest / Piero
Atchugarry, Gazón / Balice Hertling, Paris / Bastian, Berlin / Guido W. Baudach, Berlin / Klaus Benden, Köln / Bo Bjerggaard, Kopenhagen / Blain|Southern, Berlin, London / Brutto Gusto, Berlin / Capitain Petzel, Berlin / Luciana Caravello**, Rio de Janeiro / carlier | gebauer, Berlin / Charim, Wien / Choi&Lager*, Köln / Clages*, Köln / Conradi, Hamburg, Brüssel / conrads, Düsseldorf / Cosar Hmt*, Düsseldorf / Crone, Wien / Dittrich & Schlechtriem, Berlin / Ebensperger*, Berlin, Salzburg / Edition Block, Berlin / Edmond, Berlin / Eigen + Art, Berlin, Leipzig / Emalin*, London / Kai Erdmann, Hamburg / fiebach, minninger, Köln / Filiale (Grässlin, Rüdiger & Webelholz), Frankfurt / Konrad Fischer, Berlin, Düsseldorf / Alice Folker, Kopenhagen / Freedman Fitzpatrick, Los Angeles, Paris / Fortes D’Aloia & Gabriel**, Rio de Janeiro / M + R Fricke, Berlin / Klaus Gerrit Friese, Berlin / Barbara Gross, München / Karin Guenther*, Hamburg / Michael Haas, Berlin
/ Reinhard Hauff, Stuttgart / Philipp Haverkampf, Berlin / Jochen Hempel, Berlin, Leipzig / House of Egorn, Berlin / Ikeda, Berlin, New York, Tokyo / Jahn und Jahn, München / Michael Janssen, Berlin / Jo van de Loo, München / Peter Kilchmann, Zürich / Kleindienst*, Leipzig / Klemm’s, Berlin / Klosterfelde Edition*, Berlin / KM*, Berlin / Sabine Knust, München / König, Berlin, London / Christine König, Wien / Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin / Bernd Kugler, Innsbruck / M. LeBlanc, Chicago / alexander levy, Berlin / Levy, Hamburg / Jörg Maaß Kunsthandel, Berlin / Martinetz*, Köln / Daniel Marzona*, Berlin / Hans Mayer, Düsseldorf / Mazzoli, Berlin / Meyer Riegger, Berlin, Karlsruhe / Mul.ti.plo Espaço Arte**, Rio de Janeiro / Tobias Naehring*, Leipzig / Nagel Draxler, Berlin, Köln / Neu, Berlin / neugerriemschneider, Berlin / Nicodim, Bukarest, Los Angeles / Niels Borch Jensen, Berlin, Kopenhagen / Nome*, Berlin / Nordenhake*, Berlin, Stockholm / Georg Nothelfer, Berlin / Alexander Ochs Private, Berlin / Opdahl, Stavanger / Osnova, Moskau / Plan B*, Berlin, Cluj / tanja pol*, München / Polansky, Prag / Berthold Pott, Köln / Produzentengalerie,
Hamburg / Katharina Maria Raab, Berlin / Petra Rinck, Düsseldorf / Roehrs & Boetsch*, Zürich / Nikolaus Ruzicska, Salzburg / Samuelis Baumgarte, Bielefeld / Deborah Schamoni, München / Aurel Scheibler, Berlin / Esther Schipper, Berlin / Rüdiger Schöttle, München / Michael Schultz, Berlin / Anita Schwartz**, Rio de Janeiro / Gabriele Senn, Wien / Setareh, Düsseldorf / Sexauer, Berlin / Slewe, Amsterdam / Société, Berlin / Soy Capitan*, Berlin / Sperling*, München / Sprüth Magers, Berlin, London, Los Angeles / paul stolper, London / Walter Storms, München / Luísa Strina**, Rio de Janeiro / Studio Picknick, Berlin / Tore Süssbier, Berlin / Tabari Artspace, Dubai / Bene Taschen*, Köln / Elisabeth & Klaus Thoman, Graz, Wien / Barbara Thumm, Berlin / Van Horn, Düsseldorf / Vivid, Rotterdam / Tanja Wagner*, Berlin / Barbara Weiss*, Berlin / Zak | Branicka*, Berlin / Zilberman, Berlin, Istanbul / Zink*, Waldkirchen * Special Project ** presented by Art rio/FGV Europe

art berlin im Flughafen Tempelhof
Hangar 5 + 6
Tempelhofer Damm 45, 12101 Berlin

U-Bahn U6 Paradestraße

Öffnungszeiten
27 September: 12–16 Uhr Preview, 16–20 Uhr Eröffnung
28+29 September: 11–19 Uhr
30 September: 11–18 Uhr

Tickets & Preise
Opening–Ticket: 36 € (gültig am 27. September von 16–20 Uhr)
Tagesticket: 18 € / Ermäßigtes Ticket: 12 € / Familienticket: 38 €

Führungen
Tägliche Führungen von Niche
Freitag, Samstag und Sonntag um 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr: 8 €
Buchung über: tours@artberlinfair.com oder vor Ort

www.artberlinfair.com
Facebook + Instagram + Twitter: @artberlinfair
#artberlinfair

Titel: Werner Berges, Eine oben, eine unten, 2012
Folie auf Karton, 102 x 146 cm
© beim Künstler / Nachlass | Fotograf: Dirk Masbaum, Hamburg | Courtesy: LEVY Galerie, Hamburg

POSITIONS Art Fair 2018 – DIE FÜNFTE

DIE FÜNFTE.
Vom 27. – 30. September 2018 präsentiert die POSITIONS Berlin Art Fair im Rahmen der Berlin Art Week 74 ausgewählte internationale Galerien mit ihren prägnantesten künstlerischen Positionen der zeitgenössischen und modernen Kunst.

Die Messe
Seit der Gründung der POSITIONS Berlin Art Fair im Jahr 2014 verfolgen die Organisatoren ein Konzept, dass eine formal klassische Messestruktur mit dem Anspruch verbindet, das Spektrum gezeigter Kunst in Berlin zu erweitern. Nicht nur zeitgenössische Kunst wird seitdem auf den Positions-Messen präsentiert, sondern auch jene der klassischen Moderne oder früherer Epochen. Etablierte künstlerische Positionen sind dabei neben Werken von jungen Künstlern zu sehen, Querverbindungen können sichtbar gemacht werden und die Besucher der Berlin Art Week werden zum Entdecken und Wiederentdecken eingeladen. In den Fokus gerückt wird vor allem die Qualität, Relevanz und Aktualität der präsentierten Kunst und mit ihr auch die wichtige und gute Arbeit der präsentierenden Galerien als Beobachter, Vermittler und Förderer.

Ziel der Messe ist es, herausragende Kunstwerke aus verschiedenen Zeitabschnitten zu zeigen und den Galerien einen möglichst einfachen Zugang zum Markt zu bieten. Auch junge Sammler werden dabei nicht ausgeschlossen und finden auf der POSITIONS Berlin Art Fair ein gutes Einstiegsniveau.

Entsprechend ergänzt werden die Ausstellungen in den Kojen durch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, das von Sammlergruppen über Institutionen bis hin zu normalen Messebesuchern und Kindern jeden individuell anspricht und mit einbezieht.

Next Stop: Tempelhof!
Für ihre fünfte Ausgabe zieht die POSITIONS Berlin in den Hangar 4 des Flughafens Berlin-Tempelhof, der als größtes Baudenkmal Europas, Ort der Berliner Luftbrücke und einem mehr als 50-jährigen zivilen Luftverkehr seit langem ein Symbol der Freiheit und eine Bühne für Weltoffenheit und internationalen Austausch ist. Im September wird er in einen Hotspot für Kunst verwandelt und mit seiner monumentalen Architektur und seiner bewegten Geschichte ein auratisches Umfeld für künstlerische Präsentationen bieten.
Verantwortlich für die Gestaltung der Messe zeichnet sich auch in der neuesten Location der POSITIONS Berlin Art Fair das Leise Design Studio aus Frankfurt am Main und garantiert ein klares, ästhetisches und dennoch unprätentiöses Erscheinungsbild, das auf die besondere Architektur des Hangars eingeht und den Besuchern eine leichte Orientierung garantiert, bei der die Kunst im Mittelpunkt steht.

Die Kunst.
Werke von mehr als 250 Künstlerinnen und Künstlern werden 2018 auf der POSITIONS Berlin Art Fair von Galerien aus Ländern wie Italien, der Schweiz, den USA, Kanada, China oder Deutschland präsentiert. Aus dem Baltikum reisen die (AV17) Gallery und die Meno Nisa Gallery aus Vilnius sowie Meno Parkas aus Kaunas und Maksla XO aus Riga an. In diesem Jahr neu als Aussteller dabei ist die Berliner Galerie Exgirlfriend mit Skulpturen des jungen spanischen Künstlers Mit Borrás und Installationen des Omsk Social Clubs, deren Arbeiten 2018 auch im
Gropius Bau und im Badischen Kunstverein zu sehen sind. Die Galerie Susanne Albrecht zeigt Gemälde der in Wien lebenden Künstlerin Michaela Ghisetti und Antonella Gattani Contemporary Art aus Bozen bringt neueste Arbeiten der Künstlerin Julia Bornefeld auf die Messe.
Junge Künstlerinnen wie Antje Zeiher und Viktoria Strecker werden von Judith Andreae aus Bonn vorgestellt. In der Koje der ebenfalls erstmals an der POSITIONS Berlin Art Fair teilnehmenden Galerie Rasche Ripken aus Berlin werden u.a. Werke von Jan Ros und Felix Dobbert zu sehen sein – letztere wurden in diesem Jahr bereits in den Hamburger Deichtorhallen gezeigt. Amorphe Skulpturen von Dorothea Reese-Heim präsentiert die Peking stammende XC.HuA Gallery und bei der Galerie Von&Von aus Nürnberg leuchten neueste Neonarbeiten von Gunda Förster. Während Arbeiten etablierter Künstler des 20. Jahrhunderts mit Sigmar Polke bei der Kölner Kunsthandlung Osper und mit Joseph Beuys, Georg Baselitz, Max Pechstein und Dieter Roth beim Kunsthandel Draheim aus Eltville zu finden sind, hat sich Alexander Kunkel aus München auf das 19. Jahrhundert spezialisiert. Zum Thema „Groteske“ zeigt er ausgewählte Arbeiten von Dodo, Otto Dix, George Grosz und anderen.

Wir verlosen 10 Gästelistenplätze für die POSITIONS!
Die Verlosung ist beendet. Die Gewinner werden per E-Mail informiert.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

POSITIONS Berlin Art Fair
27.–30. Sept. 2018

Ort:
Flughafen Berlin-Tempelhof Hangar 4
Columbiadamm 10
10965 Berlin

Eröffnung: Donnerstag, 27. Sept. 2018, 17–21 Uhr

Reguläre Öffnungszeiten:
Freitag, 28. Sept. 2018, 13–20 Uhr
Samstag, 29. Sept. 2018, 13–20 Uhr
Sonntag, 30. Sept. 2018, 11–18 Uhr

Anfahrt:
U6: Platz der Luftbrücke
Bus 104, 248: Columbiadamm/Platz der Luftbrücke

Foto / photo: Oana Popa
Courtesy: Positions Berlin
POSITIONS Berlin Art Fair 2017, Arena Berlin

Der Gönner – Die Sponsoren

Wer lebt mit und von der Kunst?

In der Kunst sind es oft die Ernergieversorger wie EON oder Banken, die kulturelle Veranstaltungen wie Kunstausstellungen unterstützen.

Wer Kunst-Sponsor ist, poliert sein Image auf. Es findet ein „Image-Transfer“ statt. Der Sponsor gibt zum einen das Geld, jedoch auch einen Teil seine Images an den Sponsornehmer ab. Dafür erhält er aber im Gegenzug das Image der Kunst. Kunst steht für Stil, Schönheit und Ästhetik sowie für Entdeckung und Freiheit.

Der Sponsor bekommt etwas für sein Geld.

Die Synthese von Altruismus und Egoismus formulierte Josef Abs, ehemaliger Vorstandssprecher der Deutschen Bank, 1981 in einem
FAZ-Beitrag zum Kunstengagement der Deutschen Bank trefflich so: „Die Kreditwirtschaft wie auch die Industrie oder private Mäzene haben das verständliche Bedürfnis, jenseits der Welt ihrer beruflichen Belange einmal Uneigennützigkeit zu üben, auf der anderen Seite aber auch den Wunsch, jenen Glanz, der von den schönen Künsten ausstrahlt, auf sich selbst zu lenken.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996)

Im Jahr 2007 war die Deutsche Bank zum ersten Mal Hauptsponsor vom Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig und hatte ein so großes Spektakel veranstaltet, dass der damalige Auftritt der Künstlerin Isa Genzken in der Erinnerung vom Logo der Firma kaum mehr zu trennen ist. Hier färbt das Image der Weltoffenheit und das gute Gefühl, was man mit Kultur verbindet, auf den Geldgeber ab.

Wie viel Geld als Sponsoringmittel dafür zur Verfügung gestellt wurde ist geheim. Nur eines weiß man: Der Beitrag bewegt sich im oberen sechsstelligen Bereich. (Wer kann das bezahlen? von Swantje Karich, FAZ, 19.11.2008)

Nach eigenen Angaben, gab die Deutsche Bank 2007 weltweit 82,2 Millionen Euro für gesellschaftliches Engagement aus, davon entfielen 24 Prozent auf die Kunst. (Sponsoren bleiben der Kunst auch in der Krise treu, DerWesten, 27.11.2008, http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/2008/11/26/news-93944107/detail.html aufgerufen am 27.11.2008)

Einer IFO-Studie zufolge, förderten 1993 etwa 40 Prozent aller deutschen Unternehmen Kultur im weitesten Sinne und gaben dafür 1994 mindestens 500 Millionen DM aus, wovon auf den Finanzdienstleistungssektor inklusive Versicherungen rund 220 Millionen DM gleich 44 Prozent entfielen.  (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996, S.2) Aktuelle Zahlen gibt es nicht. „Leider hat das ifo Institut keine aktuellen Veröffentlichungen zu diesem Thema anzubieten, die entsprechende Forschungsabteilung gibt es schon seit Jahren nicht mehr“, so Susanne Makedonski in einer E-Mail an den Autor.

Professor Dr. Hans E. Büschgen erklärt 1996 in seinem Vortrag „Kunst-Sponsoring durch Banken – Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG“ warum gerade Firmen, die mit hohem Erklärungsaufwand ihre Komplexität vor ihrer Kundschaft erklären müssen, gerne Kunst fördern. „So verlangt die Bankleistung ab einer gewissen Komplexität einen überdurchschnittlich hohen Erklärungsaufwand, was insbesondere für innovative Finanzdienstleistungen zutrifft, was bewirkt, daß sie oft wie zumindest teilweise die zeitgenössische
Kunst als zunehmend undurchsichtige Sachverhalte empfunden werden.“ Weiter sagt er: „Charakteristisch für Bankleistungen ist das Nichtvorhandensein eines körperlichen Gutes nach dem Leistungserstellungsprozess. Die Immaterialität der Bankleistung induziert, daß sich Banken als Dienstleistungsunternehmen nicht – wie z.B. Konsumgüterhersteller – mit ihren Produkten visuell präsentieren können; ein objektbezogenes Marketing ist damit nicht möglich.“ Wenn die Unternehmung mit ihrer nicht leicht kommunizierbaren Dienstleistung die Nähe zur Kunst sucht und dies auch nach außen hin dokumentiert, kann das die „fehlende körperliche Darstellbarkeit der Bankleistung kompensieren.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996, S.7)
Das Komplexe wird nur am Rande wahrgenommen, bleibt aber positiv in Erinnerung. Gerade in Branchen, in denen starke Rivalitäten und hoher Konkurrenzdruck herrscht, können sich Unternehmen mittels der Kunst positiv von ihrem Wettbewerb abheben.

Stets wird von den Sponsoren aber darauf geachtet, dass die unterstützte Ausstellung oder die Kunst ein Mindestmaß an Zeitlosigkeit besitzt, um nicht ungewollt in eine bestimmte Ecke gedrängt zu werden. Es ist dem Sponsor ebenfalls wichtig, dass die unterstütze Veranstaltung zu der Corporate Identity, der Unternehmensphilosophie, passt. Jemand der für Modernität, Dynamik und Originalität sowie Verantwortungsbewusstsein steht, investiert er vielleicht Geld in junge Kunst, die eben solches auch ausdrückt.

Kunst ist beim Sponsoring nur Mittel zum Zweck. 1982 schreibt George Weisman, damaliger Vorstandsvorsitzender von Philip Morris: „Das fundamentale interesse der Wirtschaft an Kunst ist Eigeninteresse.“ (Weisman, George. Philip Morris und die Kunst. München 1982. zit. Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 96)

Kultursponsoring dient als Symbol. Brücken werden branchenübergreifend geschlagen und dienen dem Image-Transfer, der dem Sponsor, ohne dass er mit der anderen Branche etwas direkt zu tun hat, das positive Image des anderen überträgt. Folge ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit des anderen.
Besonders im Kultur- oder Kunstsponsoring unterstreicht das Unternehmen seine Intellektualität. So schreibt Büschgen: „Die Auseinandersetzung mit der Kunst sowie der Besitz von Kunstwerken signalisiert die Zugehörigkeit zu Gruppen von Gebildeten. Dies liegt mitunter in dem Sachverhalt begründet, daß Kunst sich besonders zur Demonstration von Kenntnis, Wissen und Urteilsfähigkeit eignet, bilden sich die Fähigkeiten zum Erkennen von Qualitätsmerkmalen bei Kunstwerken doch erst im dauernden Umgang mit Kunst heraus.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996, S.22)

Dadurch ist anzunehmen, dass Kunstsponsoren auf die Zielgruppe der gebildeteren Bevölkerung mit tendenziell höherem Einkommen abzielen, „da aufgrund der sozioökonomischen Merkmale hier ein stärker ausgeprägtes Kunstinteresse zu vermuten ist.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996, S.22) Große Banken erhoffen sich Kontakt zu den vermögenden Privatkunden, große Energieversorger hingegen auf mittelständische Unternehmen. Beide Zielgruppen sind durch kommerzielle Werbung eher schwer erreichbar und sind besonders betreuungswürdig. Durch Sponsoring kann Kontakt in einer „nicht-kommerziellen“ Situation oder einem Rahmen hergestellt werden.
Dies geschieht in der Kultur oft durch exklusive Eröffnungen, zu denen das Unternehmen ebenfalls seine Kunden exklusiv einladen kann. Im feierlichen Rahmen finden ungezwungen und in lockerer Atmosphäre Unterhaltungen statt. Sponsoring ist somit neben der Imagepflege eben auch Kundenpflege.

Die Angst vor finanziellen Kürzungen in den Krisenzeiten geht im Kulturbetrieb um, aber die Signale aus der Wirtschaft sind weiter positiv. So betont der Sprecher der Deutschen Bank, Klaus Winker: „Wir bleiben bei dem Level, das wir jetzt haben.“ Das kulturelle Engagement des Konzerns sei mittel- bis langfristig aufgebaut. (Sponsoren bleiben der Kunst auch in der Krise treu, DerWesten, 27.11.2008, http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/2008/11/26/news-93944107/detail.html aufgerufen am 27.11.2008) Jedoch ist allgemein anzunehmen, dass nun Projekte, die gefördert werden sollen, strenger unter die Lupe genommen werden. Außerdem widerspricht dem Sprecher der großen Bank das Gerücht, dass die Deutsche Bank plant, sich als Sponsor des Deutschen Pavillons in Venedig zur nächsten Biennale und der Kölner Art Cologne zurückzuziehen.
Angeblich standen diese Pläne jedoch schon Anfang des Jahres fest und haben nichts mit der Finanzkrise zu tun. (Wer kann das bezahlen? von Swantje Karich, FAZ, 19.11.2008)

Aber auch hier wird die Zeit der Krise und die damit zusammenhängenden Absprünge der Sponsoren als Chance für die Kunst gesehen. Nicolaus Schafhausen, Kurator des deutschen Beitrags in Venedig 2009, bestätigt, dass die Ausführung von Ausstellungen sich „in den vergangenen Jahren drastisch verteuert“ haben. Aber auch das Sponsoring produziere eigene Kosten. Die Eröffnungen werden pompöser und aufwändiger, immer mehr Einladungen würden verschickt und immer mehr Besucher herbeigeflogen. Gerade wegen dieser hohen Kosten kann heute keine Kulturveranstaltung mehr ohne Sponsor existieren. Wenn es weniger „Drumherum“ gäbe, würden die Kosten sinken und man könnte sich wieder auf die Kunst einlassen.

Aber auch den Privatleuten gibt Kunst und dessen Förderung eine Identität. Die Freunde der Nationalgalerie sind ein Verein, in dem sich meist Wohlhabende gegen einen Jahresbeitrag von 600 Euro pro Jahr das Image des Kunstliebhabers oder des Mäzens zulegen. „Am Anfang des Vereins der Freunde der Nationalgalerie standen Leidenschaft für die bildende Kunst, Lust am Wagnis und der Enthusiasmus, den Dieter Honisch und Peter Raue vor über 30 Jahren in den Gründungsmitgliedern ausgelöst haben“, so heißt es auf der Website des Vereins (www.freunde-der-nationalgalerie.de, aufgerufen am 29.11.2008)
Während im unternehmerischen Sinne die Förderung als „Sponsoring“ bezeichnet wird, hört man hier wohl doch lieber den Begriff des „Mäzens“. Das „Mäzenatentum ist die nach dem Römer Gaius Cilnius Maecenas (um 70 bis 8 v.Chr.) bezeichnete Förderung künstlerischer Tätigkeiten durch einen Gönner.“ Maecenas verschafft den Dichtern Horaz und Vergil die nötigen Schaffensfreiräume, so dass sie sich ganz und gar ihrem kreativen Potenzial widmen konnten. Bis heute prägt der Name das Fördern und Unterstützen des Kunstschaffenden.
Obwohl der Mäzen eigentlich ohne Eigennutz handelt, hat er doch Motive für die Förderung des Künstlers. Er demonstrierte damit schon damals Besitz und Macht und machte sich so zu einem Gönner.

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Die Galerie – Der Handel

Wer lebt mit und von der Kunst?

Galeristen sind die Botschafter zwischen den oft eigensinnigen, schwer zugänglichen Künstlern und denen, die das Geld haben. Sie verwandeln Kunst in Geld. In der heutigen Zeit sind Galeristen ständig unterwegs, verschicken Bilder im JPEG-Format über das Internet und recherchieren online. Sie halten den Kontakt zu ihren Kunden, halten Reden, geben dem Betrachter von Kunst einen Denkanstoß. Den braucht er, um ein Werk zu kaufen, weil er es dann versteht – oder zu verstehen glaubt.

Galeristen stehen zu ihren Künstlern, die sie vertreten.
Spricht man mit einem Galeristen, würde er nie behaupten, dass die gerade laufende Ausstellung nur eher durchschnittlich ist und die nächste doch bessere Ware bringt. Er steht für die künstlerische Position ein und vertritt sie nach der Linie, die er mit seiner Galerie fährt. Es werden Künstler finanziell unterstützt oder die Galerie zahlt ihrem Sprössling eine Vorauszahlung, damit er seine Miete bezahlen kann. Der Galerist wird zum Vorkämpfer von Visionen, die er mit dem Künstler teilt, um ihn dann in seinem Galerieprogramm aufzunehmen.

Jedoch geschieht das natürlich nur, wenn abzusehen ist, dass sich die Kunst auch verkauft. Die Haltung zu Geld und der Kunst ist ein Doppelspiel, welches statusabhängig vertreten wird. Eine kleine Galerie, die um Anerkennung ringt, entschuldigt sich, für Kunst Geld zu verlangen. Die Großgalerie scherzt über Geld und Preise, wenn überhaupt darüber gesprochen wird. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 108, Anmerk. 8 )

Oft spezialisieren sich Galerien. Sie bieten dann nur Fotografie, nur Malerei oder nur bestimmte Epochen an. Oftmals werden auch nur eine Hand voll Künstler vertreten. Die Arbeit mit Künstlern ist teilweise schwierig und hat man mal einen Künstler gefördert und aufgebaut, intensiviert man die Vermarktung, damit sich die Investition gelohnt hat. Zusammen mit anderen Galerien werden Allianzen geschlossen und ein weltweites Netzwerk aufgebaut.

Paul Durand-Ruel, der den Impressionismus entdeckt hat, Daniel-Henry Kahnweiler, der Wegbereiter des Kubismus und Leo Castelli, der Promoter der Pop-Art gehören zu den visionären Kunsthändlern, die die Künstler entdeckten und  ihnen Bedeutung verschafften. Nur wenige Künstler, in die Energie und Geld gesteckt wird, werden langfristig erfolgreich.

In vierzig Jahren hat die Berliner Galerie Nothelfer zweihundert Künstler ausgestellt, davon waren knapp die Hälfte Neuentdeckungen. Jedoch konnten sich nur acht von ihnen dauerhaft auf dem Kunstmarkt etablieren. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 107, Anmerk. 5) Daher sind Risikobereitschaft und Pioniergeist oftmals den Galeristen zuzuschreiben.

Nicht selten wird ein Startkapital benötigt, um die künstlerische Position und den Künstler bekannt zu machen und ihn zu positionieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Galeristen und Kunsthändler der Zeitgeschichte nicht nur über kulturelles Kapital sondern auch über finanzielle Ressourcen verfügten.
Bedeutende Kunsthändler von Paul Cassirer, über Kahnweiler bis Leo Castelli stammten aus wohlhabenden bis schwerreichen Familien. Es gibt natürlich Ausnahmen, jedoch bestätigt sich bis heute diese Regel.
So verfügt Iwan Wirth mit seiner Partnerin Ursula Hauser, Erbin eines der großen Vermögen in der Schweiz, über einen nahezu unerschöpfliches finanzielles Polster. Die Heirat mit Tochter Manuela Hauser sichert dieses bis auf weiteres.

Neben jeder Art von teurer Vermarktung bis hin zum normalen Verkaufsgespräch in der Galerie – wie sehr die Kunst des Künstlers kaufenswert ist, bringen Galeristen in ganz unterschiedlicher Art zum Ausdruck. Galeristen sind Kunsthändler. Wie Händler in anderen Branchen haben sie unterschiedliche Taktiken, um mit ihren Kunden umzugehen. Es werden Golfturniere und Gänseessen organisiert. Oder wie bei Michael Schultz, eine Auswahl an guten Flaschen Rotwein zusammen getrunken. Der Sammler wird Teil einer neuen Familie.

Die Kundschaft in der Kunst ist oft wohlhabend und interessiert an Luxusgut. Sie möchte vom Galeristen überzeugt werden und dabei das Gefühl haben, selbst das Kunstwerk und den künstlerischen Wert erkannt zu haben. Der Galerist wirkt bestätigend und versucht nicht, den Kunden zu belehren. Verkäufer und Käufer sollten zwar auf der gleichen Ebene sein, jedoch dominiert der potenzielle Käufer das Verkaufsgespräch. Teilweise möchte der Kunde, der aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, etwas grober behandelt werden. So spricht Judy Lybke seine Kunden gleich beim ersten Mal mit „Du“ an. Der Galerist bespaßt seine Vernissage-Gesellschaft, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist charmant wie auch Galeristin Petra Lange in Charlottenburg. Durch diese unbeschwerte und lockere Art wird der Kunde an die Galerie gebunden.

Der Galerist muss jedoch neben seinem „Clownsdasein“ das Wissen über die Provenienz besitzen, eine Geschichte über das Werk in der Hinterhand haben und genau über den Wertzuwachs Bescheid wissen. Gerade in Zeiten, in denen die Unsicherheit über die Qualität von Kunst, deren Bilder und Skulpturen und Positionen, werden kundige Händler zu Garanten für die Käufer. Ende des 18. Jahrhunderts fand eine Abwendung von akademischer Schönheit hin zu künstlerischer Authentizität statt. Kunsthändler hatten die Fähigkeit den Stil und die Hand des Meisters zu identifizieren und wurden für Sammler unverzichtbar, die anfingen „Namen zu kaufen statt Werke“, wie ein Kunsthändler 1764 bemerkte. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 106, Anmer. 3)

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Der Künstler – Der Produzent

Wer lebt mit und von der Kunst?

Der Künstler gilt als Schöpfer und oft ranken sich Mythen um diesen Außenseiter. Er schaffte es, sich aus dem Handwerkerdasein zu lösen und ins Rampenlich zu treten, um seine Position zum Leben auszudrücken und den Fokus der Öffentlichkeit auf seine Sichtweisen zu lenken.
Der Künstler spiegelt die Welt und ihre Gesellschaft in Form seiner Arbeit wieder. Er lebt in einer ambivalenten Wirklichkeit zwischen Außenseitertum und Akzeptanzsuche.
Er kämpft stets um Anerkennung und befindet sich ebenfalls immer in einem Kampf gegen sich selbst. Diese Rolle, die in der Antike die des Helden war, entstand mit der Zeit. Vor der Renaissnance war der Künstler ein Handwerker, der mit Pinsel und Farbe oder mit Hammer und Meißel umgehen konnte. Reine Auftragsarbeiten wurden von ihm erstellt.
Dann jedoch löste sich der Künstler aus den Zwängen. Seitdem hat sich das Bild vom Künstler als universalem  Intellektuellen bis zu einer Art „Popstar“ entwickelt.
Erst nach der Renaissance war die Fähigkeit der Schöpfung nicht mehr nur allein Gott zugewiesen. Die Befreiung des Künstlers leitete die Erfindung der Zentralperspektive durch den Maler, Architekten und Bildhauer Filippo Brunelleschi ein. Durch diese Art der Darstellung  konnte eine Illusion der Wirklichkeit erschaffen werden. Der Betrachter stand nun nicht mehr außerhalb, sondern konnte in eine vom Künstler entwickelte Welt eintauchen.
Als die ersten Maler dann als Hofmaler angestellt wurden, entwickelte sich die Emanzipation der Kunst und der Bilderfindung. Und je mehr Adelige und Päpste Bilder von bestimmten Künstlern besitzen wollten und dieser Ehrgeiz das Bedürfnis überlagerte, desto mehr wuchs auch die Autonomie des Künstlers.

Auch wenn sich der Künstler selbst so nicht wahrzunehmen mag, ist er als gesellschaftliche Ikone ein Produkt aus künstlerischen, sozialen und auch ökonomischen Faktoren. Seine künstlerische Bedeutung ist immer abhängig von allen Marktteilnehmern. Diese sind neben dem Künstler selbst Galeristen, Händler, Kuratoren, Kritiker und Sammler. So sind Künstler selbst als Person und ihr Werk Teil der offiziellen Kultur und Spiegel der gesellschaftlichen Werte, aber auch ein Produkt von ökonomischen Interessen.

Der Künstler sitzt, sobald er sich auf den Markt einlässt, zwischen den Stühlen. Einmal lebt er die Vorstellung des freien Individuums und des Schöpfertums, andererseits ist er vom Profit abhängig, der ihm seine Existenz sichert.

Die Geniereligion um Künstler besteht aber seit jeher und erlaubt ihm diesen Spagat, den er sich oft selbst nicht eingesteht, machen zu müssen.
Sie lebt vom Mythos, der sich oft um den Künstler als Genie rankt. Er ist kreativ, hat Vorstellungen, die der normale Mensch nicht hat und kann diese zum Ausdruck bringen.
Der Künstler als Typ sieht sich gerne als andersartig oder lebt ein Leben als solcher. Man lässt ihm Macken und Allüren durchgehen. Es scheint nicht verwunderlich, dass er sensibel und introvertiert zurückgezogen von der Welt lebt und arbeitet. Er ist von Depressionen zerfressen, eigen, selten wirklich anpassungsfähig und meist vom Alkoholismus gequält. Wie sonst, soll er denn auch dem Schicksal des Schöpfers begegnen? Muss es ihm denn nicht gestattet sein durch den Rausch und durch Drogen einmal eine Auszeit von seinem kreativen Laster zu erlangen?

So sieht man den Künstler gerne, und es treibt den Preis nach oben. Der Künstler ist eine undurchschaubare Gestalt, die an seinen Werken wie besessen arbeitet. Im Jahr 2003 wurde ein Film über den Künstler Dieter Roth von Edith Jud produziert. Roth wird als zerrissener und dadurch faszinierender Mensch portraitiert. Der Film, der finanzielle Unterstützung des Schaulagers in Basel erhielt, das zeitgleich eine Retrospektive Dieter Roths vorbereitete, steigerte nach seiner Veröffentlichung den Auktionspreisindex des Künstlers um 50 Prozent. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 190)

Der Kunde ist begeistert, wenn er hinter die Kulissen des Künstlers blicken darf. Denn durch den Kauf erwirbt er auch einen Teil des Künstlers und taucht mit ein in seine Welt. Und das ist oft das, was eigentlich den Ausschlag gibt. So schwärmte der Großsammler Friedrich Christian Flick nicht von der Videoinstallation von Bruce Naumann, sondern von der Reise in eine andere Welt: „Ich bin einer der wenigen, dem er erlaubt hat, ihn zu besuchen. Er lebt sehr zurückgezogen in Galisteo, New Mexico, auf einer Farm. Er ist Künstler, aber genauso sehr Cowboy. Er züchtet Pferde. Ist doch verrückt, oder?“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst. Eine Qualitätsprüfung. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008, S. 47, Anmerk. 24)

Der Starkult und sein Mythos ist in der kommerziellen Kunstwelt zum schlagendsten Verkaufsargument geworden.

Und auch wenn der Künstler sich selbst ungern verkauft, im Endeffekt ist er doch vom Geld abhängig, weil er seine Miete bezahlen muss und nicht wie die anderen 95 Prozent noch einen Nebenerwerb bestreiten möchte. (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst. Eine Qualitätsprüfung. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008, S. 77) Oft ist es die mangelnde Fähigkeit, die eine Selbstvermarktung zulässt. Außerdem sind es die Galerien und Kuratoren, die die wahre Qualität nicht erkennen und sich dem korrupten Kapitalismus verschrieben haben.

Manche halten sich wacker als Hardliner und verachten alles, was mit dem Markt zu tun hat, während sich andere schon „warenförmiger“ geben und ihr Werk dem Gebrauch und den Vorlieben des Sammlers anpassen. Das lernen Studenten der Kunsthochschulen. Die Vernetzung in der Szene ist das A und O. So erarbeiten die freien Kunststudenten zur Abschlusspräsentation doch eine Art erste Auftragsarbeit. Und bei der Vernissage dieser drücken sie den Gästen doch eine Preisliste in die Hand, als ginge es bei der Kunst nur um das Verkaufen.
Es werden Kunstwerke so produziert, dass sie auch gut digital versendbar bleiben, teilweise malen die Künstler gar nicht mehr selber, haben Angestellte oder ganze mittelständische Unternehmen, die ihnen zuarbeiten.

Ob ein Künstler der Vermarktung frönt oder dem Idealismus treu bleibt, er möchte in der Regel seine Werke präsentieren, und er möchte Anerkennung und Bestätigung. Geld und Verkäufe bieten ihm diese Anerkennung, die er durch den Verkauf monetär erfährt.

Die Differenzierung zwischen Maler und Künstler hat Picasso einmal erklärt: „Ein Maler malt, was er verkauft. Ein Künstler verkauft, was er malt.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996) S. 7.

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Berlin ist und bleibt die Stadt der Künstler

Berlin ist inzwischen einer der führenden Produktionsstandorte für zeitgenössische Kunst in Europa und der Welt geworden. Viele Galerien, Sammler und Kunstliebhaber interessieren sich für die Kunst aus der deutschen Hauptstadt, die als weltweit größte Produktionsstätte von Gegenwartskunst gilt. (Berlin Contemporary, Angela Hohmann, Imke Ehlers, Jovis Verlag, 2005)
„Junge Künstler aus der ganzen Welt kommen in die Kulturmetropole an die Spree. Viele lassen sich hier nieder, weil sie sich von der schöpferischen Atmosphäre der Stadt beflügelt und inspiriert fühlen.“, so die Freunde der Nationalgalerie. (www.freunde-der-nationalgalerie.de / aufgerufen am 24.10.2008) „Internationale Künstler wollen am liebsten in Berlin ausstellen.“ bestätigt Philomene Magers, die mit ihrer Partnerin ihr Stammhaus aus Köln nach Berlin verlegt und ihre Dependace in München schließt. Monika Sprüth, Hagers Geschäftspartnerin hält Berlin einfach für einen der wichtigen Orte, „wo der Diskurs geführt wird.“ (So funktioniert der Galerienboom von Elke Buhr im Art Magazin, Nr. 11, November 2008)

Die Nachwendezeit in Berlin brachte viele Künstler von außerhalb in die Stadt und hielt viele einheimische Künstler. Die entfesselnde Stimmung, die niedrigen Mieten und die damit verbundenen niedrigen Unterhaltskosten machte Berlin interessant für junge Künstler sowie Galerien und eröffnete ihnen neben den Etablierten neue Chancen und Nischen. Heute bietet die Stadt ein hohes Potenzial an qualitativ hochwertiger Kunst, eine Vielzahl an Galerien und immer wieder neue kleine Kunstzentren.

Anfang der Achtziger Jahre machten in Berlin nur die „Jungen Wilden“ im Westteil der Stadt auf sich aufmerksam. Jedoch hatte Berlin, auch durch seine Lage, im Gegensatz zu anderen deutschen Städten wie beispielsweise Köln oder Düsseldorf bis auf wenige Ausnahmen nur einen geringen Stellenwert im deutschen Kunstmarkt. Es gab zwar seit Ende der Sechziger Jahre eine rege Subkultur auf der „Insel Berlin“, die sich zum größten Teil in Kreuzberg abspielte. Die neue Gesellschaft für Bildende Kunst (ngbk) unterstützte seit 1969 die westberliner Kunstbewegung. Berlin stand für Freiräume und Platz für politischen Protest, den die Lage der Stadt mit sich brachte. Jedoch blieb Berlin vom Treiben des Kunstbetriebs in Westdeutschland und der Welt größtenteils unberührt. So hatten Künstler, die schon zu den anerkannten ihrer Gattung zählten in Berlin meist noch keine Galerie, die sie repräsentiert hat. Eine Handvoll Galerien, die die Fahne der jungen Künstler in Berlin hochhielten, waren unter anderem Wewerka & Weiss und die Galerie Zwinger.
In Ostberlin war die Künstlerszene rund um den Prenzlauer Berg angesiedelt und setzte sich hartnäckig gegen die ideologischen Strukturen des DDR-Regimes zur Wehr. Noch politischer und konspirativer als in Kreuzberg fand hier das Künstlerleben in Hinterhöfen und stillgelegten Fabriken statt.

Der Schritt in den internationalen Kunstmarkt wagte Berlin erst nach Maueröffnung und wurde durch eine neue Generation von jungen Galerien in Berlin-Mitte vorangetrieben. Die Ersten im heutigen Galerienviertel rund um die Auguststraße waren Friedrich Loock mit seiner Galerie Wohnmaschine, die er schon seit 1988 als illegale Wohnzimmergalerie gegenüber seiner jetzigen Adresse führte, und „Judy“ Lybke, der 1992 mit seiner Galerie Eigen + Art aus Leipzig nach Berlin-Mitte kam. Dann eröffnete eine Galerie nach der anderen in diesem „neuen“ Berlin. In dieser Pionierzeit, einer Zeit des Umbruchs, entstand eine neue Kunstszene. Die niedrigen Häuser, die engen Straßen und das „Ost-Flair“ mit illegalen Partys, temporären Bars und Untergrundclubs in Hinterhof-Kellern und Ruinen inspirierten zu Aktionen und machten die Stadt mit einer entstehenden Subkultur lebendig. Es war eine Zeit der Improvisation. Die Kneipen- und Clubszene verschmolz mit der Kunstszene. Es entstanden in den frühen Neunziger Jahren Initiativen wie das Tacheles in der Oranienburger Straße, das ACUD oder die aktions galerie.

Das Kunstleben hatte sich also größtenteils aus dem westlichen Kunstbezirk Charlottenburg mit seiner Galerieszene und dem wilden Kreuzberg in den frischen und abenteuerlichen Teil der Stadt wie Mitte oder Prenzlauer Berg verlagert. Dazu trugen die Galeristen einen Teil dazu bei, die keine Mauer zwischen Ost und West in ihren Köpfen hatten.

Die subkulturelle Szene in Mitte hat sich dann im Laufe der Jahre bis heute stark kommerzialisiert. Aus den Projekträumen dieser Zeit wurden kommerzielle Galerien. Das BüroFriedrich des Niederländers Waling Boers kuratierte 2005 für die Londoner Frieze ein „specefic artists“-Projekt, Maschenmode von Guido W. Baudach, Martin Germann und Peter K. Koch und der loop-raum für aktuelle Kunst von Rüdiger Lange, die für die Kunstszene der Anfänge in Mitte zählen, wurden kommerzielle Galerien.

Heute hat sich die Waage wieder etwas austariert, denn die Stadt scheint in ständiger Bewegung zu sein. Andere Bezirke sind, obwohl sie schon immer da waren, zu den nichtkommerziellen „Kunstschauplätzen“ geworden. Die Subkultur hat sich demnach wieder verlagert. Mittlerweile teilt sich die Stadt den Kunstbetrieb auf.
Charlottenburg und seine Galerien vertreten zum großen Teil die arrivierten und schon etablierten Westberliner Künstler. Außerdem finden sich hier die Galerien, die mit Moderner Kunst und der Avantgarde handelt.
In Mitte sind die Galerien zu finden, die durch ihren internationalen Ruf und Einfluss agieren. Derjenige, der auf dem internationalen Parkett mitspielen möchte, hat eine Fläche in Berlin-Mitte angemietet. Selbst Michael Schultz als Westberliner Urgestein der Kunst hatte Anfang der Neunziger Jahre mit dem Gedanken gespielt, sich in der Nähe der Oranienburger Straße niederzulassen. Nachdem sich die Pläne zerschlagen hatten, steht nun im Jahr 2010 vielleicht ein Umzug in ein Künstlerhaus in der Nähe der Berlinschen Galerie in Mitte an. (Interview mit dem Autor, 7.1.2009)
Ende der Neunziger Jahre und nach 2000 verlagerte sich schon das experimentierende Künstlervolk eher in Richtung Friedrichshain. Hier entstehen neben Prenzlauer Berg eine Reihe von Galerien und Designerläden, wo sich Künstler aus aller Welt ausprobieren.
Heute sind aber auch eigentliche Außenseiterbezirke angesagt. So ziehen einige Künstler und Galerien in Bezirke wie Wedding oder Tiergarten. Entlang der Brunnenstraße breitet sich das Kunstleben in Richtung Norden, Richtung Wedding, aus. Es entstehen neue kleine Galerien, kleine Kunstzentren, die neue, relevante Positionen aktueller Kunst von noch unbekannten Talenten zeigen.
Aber auch Kreuzberg und Neukölln sind seit ein paar Jahren wieder zu den Bezirken zu zählen, wo junge Kunst entsteht. Dreht sich der Trend wieder um, Richtung Westen? Rund um die Schlesische Straße im „Wrangelkiez“ entstehen temporäre Galerien, immer neuere Läden, in den Kunst und Design verkauft wird. Dabei scheint es, als würden sich junge Kreative, die in Westberlin geboren sind, heute eher in Kreuzberg und die, die im Ostteil aufgewachsen sind, eher in Friedrichshain niederlassen. Verbunden sind die beiden Bezirke durch die Oberbaumbrücke, auf der seit 2003 halbjährlich ein Kunstmarkt, eine „Open-Air-Gallery“ stattfindet. Der Markt wird vom  Stadtteilausschuss Kreuzberg e.V. organisiert und „soll einen neuen Raum für Kunstbetrachtung und Kunstverständnis schaffen“. (http://www.welt.de/welt_print/article2333641/Kunst-auf-der-Oberbaumbruecke.html / aufgerufen 24.10.2008)

Berlin bietet – sich immer wieder neu eröffnende – Freiräume für künstlerische Positionen, immer neue Projekte und Initiativen. Wenn der eine Teil der Kunst sich kommerzialisiert, wird in einem anderen Teil experimentiert und rebelliert. Auch wenn das Tacheles, eine vor 18 Jahren von Künstlern besetzte Kaufhausruine, unter den Hammer einer Zwangsversteigerung kommt, weil der Pachtvertrag zum Ende 2008 ausläuft (Tagesspiegel, 15.11.2008, Das Tacheles kommt unter den Hammer), werden sich andere Nischen auftun, wo die Kunst Platz zum experimentieren findet.

Und das ist es, was Berlin auszeichnet. Es ist eben die größte Produktionsstätte zeitgenössischer Kunst. Es bilden sich immer neue Projektgruppen mit kreativen Ideen. Die bis heute relativ niedrigen Mieten und Unterhaltskosten lassen viele Künstler in Berlin leben und arbeiten. Dies gibt Galeristen die Möglichkeit, sich auf die sogenannte „Emerging Art“ zu konzentrieren, sich einen noch unbekannten Künstler mit Potenzial rauszusuchen und im Kunstbetrieb durchzusetzen. Es scheint alles möglich zu sein.

Werbung in der Kunst

WIE ENTSTEHEN TRENDS, HYPES UND WER BILDET MEINUNG?

Eigentlich ist es unmöglich, spezifische Merkmale in der Werbung für Kunst festzumachen. Es gibt eine Vielzahl an Gestaltungen und Anzeigenkonzepten.
Ich werde im Folgenden auf eine Auswahl an Gestaltungsprinzipien eingehen.

Um die Werbung in der Kunst zu beschreiben, muss man zum einen die unterschiedlichen Zielgruppen betrachten, an die die Anzeigen oder Plakate gerichtet sind. Außerdem variieren die Anzeigen je nach den Bereichen der Kunst, in der die Werbetreibenden tätig sind.

Für reine Ausstellungen, die „nur“ um Besucher werben, werden andere Gestaltungen und Strategien entwickelt als für Galerien im Allgemeinen. An der Typografie in der Kunstwerbung erkennt man ebenfalls, ob es sich um eine etablierte Galerie für moderne Kunst handelt, oder ob in der Galerie „Contemporary Art“ oder Junge Kunst zu finden ist. Auf letztere möchte ich eingehen.

Die Zielgruppe der Käufer und Sammler wird anhand von Anzeigen in den Fachzeitschriften wie Artforum informiert. Dieses Magazin besteht aus einer Aneinanderreihung von Anzeigen internationaler Galerien.

Fast ausschließlich wird in diesen auf den Namen des Künstlers, die Dauer der Ausstellung sowie den Namen und Adresse der Galerie hingewiesen.
Handelt es sich um zeitgenössische Kunst, werden serifenlose Schriften verwendet.  Um Kunst der Moderne anzupreisen, nutzen Galerien und Auktionshäuser klassische Serifenschriften.
Die Schriftart Helvetica ist ein beliebtes Stilmittel, um kenntlich zu machen, dass die Galerie „junge Kunst“ anbietet. Diese sind oftmals in Versalien gesetzt. Die rein typografischen Anzeigen bestehen nur aus einer Auflistung von Überschriften, die hierrachisch zuerst auf den Künstler, den Ausstellungszeitraum und dann auf die Galerie aufmerksam machen.
Einige Galerien verwenden für ihre Werbung ausschließlich Typografie und verzichten komplett auf Bildmaterial.
Die meisten jedoch präsentieren ein Bild oder einen Ausschnitt einer Arbeit der beworbenen Künstler, das meist in den Hintergrund gesetzt ist. Die Typografie, die Schrift bilden immer das zentrale Gestaltungsmittel.
Umso mehr fiel mir eine Anzeige der Galerie Blum & Poe aus Los Angeles auf, die im Artforum nichts außer ihre Ladenfassade präsentierte. Man konnte nur „Blum & Poe“ auf der Hausfassade lesen. Sie ist auch die einzige Galerie, die sich selbst und keinen Künstler bewirbt.

Die Galerie „El Sourdog Hex“ aus Berlin listet auf einer Doppelseite im Artforum ihre Ausstellungen von 2007 bis 2009 auf. In den Zeiten der Unsicherheit möchte sie vielleicht Stabilität und Beständigkeit ausdrücken.

Max Hetzler verwendet immer einen Gestaltungsrahmen, im wahrsten Sinne des Wortes. In immer wechselnden Farben ist der Name des jeweils vertretenen Künstlers eingerahmt dargestellt.

Im Allgemeinen würde man davon ausgehen, dass die einzelnen Anzeigen in diesem „bunten Sammelsurium“ untergehen. Jedoch scheinen Sammler, da ist sich Jan Wentrup sicher, die Anzeigen aufmerksam durchzublättern und wirklich zu lesen. Sonst würde diese Konzentration an Werbung in einem Magazin nicht funktionieren. Dafür gibt es im Artforum keine Werbeanzeigen von Unternehmen, die mit Kunst nicht direkt in Kontakt stehen wie beispielsweise im Monopol oder ART Magazin. Dort findet man die Luxusgüterindustrie mit ihren Anzeigen für Champagner, Luxuslimousinen und Uhren.

Die andere Zielgruppe, die Kunstinteressenten, Ausstellungsgänger, das kulturell interessierte „normale“ Volk, wird in populären Magazinen, Tageszeitungen und auf der Straße angesprochen. Der Unterschied ist hier, dass auch die Menschen, die noch nicht wussten, dass sie sich für Kunst interessieren, auf das Ereignis aufmerksam gemacht werden müssen. Dafür werden neben Anzeigen und Plakaten ganze Werbekampagnen geschmiedet, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Die Ausstellung oder das kulturelle Ereignis wird zu einer Marke.
So gelang es der Neuen Nationalgalerie mit der Werbekampagne für die Ausstellung „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“, 680.000 Besucher in vier Monaten anzulocken. Die Farben der Tricolore Frankreichs waren in der ganzen Stadt wahrzunehmen. Wie auch bei der Ausstellung „Das MoMA in Berlin“, wo während der Zeit die Farbe Magenta überall zu sehen war, wurde das Ereignis zu einer Marke. Die nicht abreißen wollende Schlange vor der Nationalgalerie verstärkte das Bedürfnis eines Besuches der Ausstellung. Allgegenwärtig wurde das Ereignis zu einem Muss für jeden Berliner und für jeden Touristen. Jeff Koons’ „Hanging Heart“ sieht man auf Werbebannern im Internet auf Seiten von populären Lifestyle-Magazinen.

Um eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen, muss die Werbung populärer aufgestellt sein und sich gegen alle anderen Bedürfnissen der Menschen neben Douglas, McDonalds und Co behaupten. Großereignisse wie auch das Art Forum in Berlin und öffentliche Ausstellungen sind breitgefächerter in Medien präsent, um mehr wahrgenommen zu werden. Einen Zusammenhang und die schon erwähnte Wiedererkennung erreicht man durch Entwicklung eines Corporate Designs sowie einer Vermarktungsstrategie. Diese werden medienneutral entwickelt, um später ein breites Publikum, die breitere Zielgruppe in unterschiedlichen Medien, sei es durch Werbung auf Bussen, Radiospots, Plakatwerbung, Anzeigenschaltung und im Internet erreichen zu können.

Da im Allgemeinen die Kulturinteressierten auch eine bessere Bildung haben, kann man diese Zielgruppe ebenfalls durch konsequente und professionelle Pressearbeit erreichen. Ein Grundinteresse ist ebenfalls vorhanden.