Die Galerie – Der Handel

Wer lebt mit und von der Kunst?

Galeristen sind die Botschafter zwischen den oft eigensinnigen, schwer zugänglichen Künstlern und denen, die das Geld haben. Sie verwandeln Kunst in Geld. In der heutigen Zeit sind Galeristen ständig unterwegs, verschicken Bilder im JPEG-Format über das Internet und recherchieren online. Sie halten den Kontakt zu ihren Kunden, halten Reden, geben dem Betrachter von Kunst einen Denkanstoß. Den braucht er, um ein Werk zu kaufen, weil er es dann versteht – oder zu verstehen glaubt.

Galeristen stehen zu ihren Künstlern, die sie vertreten.
Spricht man mit einem Galeristen, würde er nie behaupten, dass die gerade laufende Ausstellung nur eher durchschnittlich ist und die nächste doch bessere Ware bringt. Er steht für die künstlerische Position ein und vertritt sie nach der Linie, die er mit seiner Galerie fährt. Es werden Künstler finanziell unterstützt oder die Galerie zahlt ihrem Sprössling eine Vorauszahlung, damit er seine Miete bezahlen kann. Der Galerist wird zum Vorkämpfer von Visionen, die er mit dem Künstler teilt, um ihn dann in seinem Galerieprogramm aufzunehmen.

Jedoch geschieht das natürlich nur, wenn abzusehen ist, dass sich die Kunst auch verkauft. Die Haltung zu Geld und der Kunst ist ein Doppelspiel, welches statusabhängig vertreten wird. Eine kleine Galerie, die um Anerkennung ringt, entschuldigt sich, für Kunst Geld zu verlangen. Die Großgalerie scherzt über Geld und Preise, wenn überhaupt darüber gesprochen wird. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 108, Anmerk. 8 )

Oft spezialisieren sich Galerien. Sie bieten dann nur Fotografie, nur Malerei oder nur bestimmte Epochen an. Oftmals werden auch nur eine Hand voll Künstler vertreten. Die Arbeit mit Künstlern ist teilweise schwierig und hat man mal einen Künstler gefördert und aufgebaut, intensiviert man die Vermarktung, damit sich die Investition gelohnt hat. Zusammen mit anderen Galerien werden Allianzen geschlossen und ein weltweites Netzwerk aufgebaut.

Paul Durand-Ruel, der den Impressionismus entdeckt hat, Daniel-Henry Kahnweiler, der Wegbereiter des Kubismus und Leo Castelli, der Promoter der Pop-Art gehören zu den visionären Kunsthändlern, die die Künstler entdeckten und  ihnen Bedeutung verschafften. Nur wenige Künstler, in die Energie und Geld gesteckt wird, werden langfristig erfolgreich.

In vierzig Jahren hat die Berliner Galerie Nothelfer zweihundert Künstler ausgestellt, davon waren knapp die Hälfte Neuentdeckungen. Jedoch konnten sich nur acht von ihnen dauerhaft auf dem Kunstmarkt etablieren. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 107, Anmerk. 5) Daher sind Risikobereitschaft und Pioniergeist oftmals den Galeristen zuzuschreiben.

Nicht selten wird ein Startkapital benötigt, um die künstlerische Position und den Künstler bekannt zu machen und ihn zu positionieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Galeristen und Kunsthändler der Zeitgeschichte nicht nur über kulturelles Kapital sondern auch über finanzielle Ressourcen verfügten.
Bedeutende Kunsthändler von Paul Cassirer, über Kahnweiler bis Leo Castelli stammten aus wohlhabenden bis schwerreichen Familien. Es gibt natürlich Ausnahmen, jedoch bestätigt sich bis heute diese Regel.
So verfügt Iwan Wirth mit seiner Partnerin Ursula Hauser, Erbin eines der großen Vermögen in der Schweiz, über einen nahezu unerschöpfliches finanzielles Polster. Die Heirat mit Tochter Manuela Hauser sichert dieses bis auf weiteres.

Neben jeder Art von teurer Vermarktung bis hin zum normalen Verkaufsgespräch in der Galerie – wie sehr die Kunst des Künstlers kaufenswert ist, bringen Galeristen in ganz unterschiedlicher Art zum Ausdruck. Galeristen sind Kunsthändler. Wie Händler in anderen Branchen haben sie unterschiedliche Taktiken, um mit ihren Kunden umzugehen. Es werden Golfturniere und Gänseessen organisiert. Oder wie bei Michael Schultz, eine Auswahl an guten Flaschen Rotwein zusammen getrunken. Der Sammler wird Teil einer neuen Familie.

Die Kundschaft in der Kunst ist oft wohlhabend und interessiert an Luxusgut. Sie möchte vom Galeristen überzeugt werden und dabei das Gefühl haben, selbst das Kunstwerk und den künstlerischen Wert erkannt zu haben. Der Galerist wirkt bestätigend und versucht nicht, den Kunden zu belehren. Verkäufer und Käufer sollten zwar auf der gleichen Ebene sein, jedoch dominiert der potenzielle Käufer das Verkaufsgespräch. Teilweise möchte der Kunde, der aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, etwas grober behandelt werden. So spricht Judy Lybke seine Kunden gleich beim ersten Mal mit „Du“ an. Der Galerist bespaßt seine Vernissage-Gesellschaft, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist charmant wie auch Galeristin Petra Lange in Charlottenburg. Durch diese unbeschwerte und lockere Art wird der Kunde an die Galerie gebunden.

Der Galerist muss jedoch neben seinem „Clownsdasein“ das Wissen über die Provenienz besitzen, eine Geschichte über das Werk in der Hinterhand haben und genau über den Wertzuwachs Bescheid wissen. Gerade in Zeiten, in denen die Unsicherheit über die Qualität von Kunst, deren Bilder und Skulpturen und Positionen, werden kundige Händler zu Garanten für die Käufer. Ende des 18. Jahrhunderts fand eine Abwendung von akademischer Schönheit hin zu künstlerischer Authentizität statt. Kunsthändler hatten die Fähigkeit den Stil und die Hand des Meisters zu identifizieren und wurden für Sammler unverzichtbar, die anfingen „Namen zu kaufen statt Werke“, wie ein Kunsthändler 1764 bemerkte. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 106, Anmer. 3)

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Berliner Liste 2017 – 15.–17. September 2017 im Postbahnhof

Am Donnerstag, 14. September, öffnet im Postbahnhof am Ostbahnhof die Kunstmesse Berliner Liste ihre Tore. Bereits zum vierzehnten Mal präsentiert die Entdeckermesse ein breites Spektrum internationaler zeitgenössischer Kunst zu erschwinglichen Preisen. Auf 4.000 Quadratmetern zeigen 90 Aussteller aus 34 Ländern und fünf Kontinenten neben Malerei, Zeichnung und Druckgrafiken auch Skulpturen, Installationen, Medienkunst sowie Fotografie und Urban Art. Die Messe ist ein Besuchermagnet sowohl für junge Kunstliebhaber, die hier zum Teil ihre ersten Kunstkäufe tätigen, als auch für etablierten Sammler, die hier ihre Kollektionen erweitern oder neue Talente entdecken.

Alias, (fake)Smile, courtesy OPEN WALLS GALLERY
Peer Kriesel, Maskenball, courtesy the artist
Andrey Kezzyn, Klimt 1, courtesy the artist

Noch nie war das Angebot an Ausstellern so international wie in diesem Jahr. Dabei reicht das Spektrum von der Präsentation junger, aufstrebender osteuropäischer Kunst aus Russland, Rumänien, Weißrussland, Estland und der Ukraine über Präsentationen aus nahezu allen west- und südeuropäischen Ländern bis zu Ausstellern aus Kanada, den Vereinigten Staaten und Israel. An den Messeständen aus dem asiatischen Raum kommender Teilnehmer erwartet die Besucher neben zeitgenössischer buddhistischer Thangka-Kunst und moderner Keramikkunst aus Japan, Taiwan und Hong Kong auch ein spannender Einblick in die Kunstszene der Philippinen. Square Rock.aus London zeigt eine Schau rund um die Star Wars Saga entstandener Werke, die ukrainische Künstlerin Natalia Ohar thematisiert die Vergangenheit und die gegenwärtigen Realitäten in ihrer Heimat, und die von der Open Walls Gallery präsentierte französische Künstlerin Madame Moustache kreiert mit einem feinen Gespür für das Thema Geschlechteridentität komplexe Collagen mit Schnurrbart tragenden Mädchen.

Jean-Pierre Kunkel, Pool No. 10, oil on canvas, courtesy Galerie Marion Stoeter
ANTHONY KNAPIK-BRIDENNE, SONIC MASC, courtesy SQUARE ROCK LTD.
Levalet, De le profondeur de la superficie, courtesy OPEN WALLS GALLERY
TRAVIS DURDEN,YODEA ANGEL, courtesy SQUARE ROCK LTD.
Chris Lo, Piano, courtesy Giant Year Gallery

Gleichzeitig bietet die Berliner Liste eine einzigartige Plattform für die lebendige Berliner Kunstszene. Neben hier beheimateten Galerien und Projekten zeigen vor allem eine Vielzahl von Künstlern, wie vielfältig und spannend die Kunstproduktion in der Hauptstadt sein kann. Das Spektrum reicht von großen Wandtableaus der Künstlerin Anna Vonnemann, über die Textil-Plastiken von Nina Krüger-Schmale und gesellschaftskritischen Wimmelbildern und Fahrschein-Übermalungen von Peer Kriesel bis zu den als „Neo Grotesque“ bezeichneten Arbeiten des interdisziplinären Geschichtenerzählers Dante Galic.

Liebhaber der Fotokunst sollten keinesfalls den Besuch der Photography Section verpassen. Zu den Arbeiten, die man hier bewundern kann, gehören die abstrakten Farbwelten des Berliner Fotografen Henry Landers, die Fotografien aus der Surreal-Pop-Serie von Dr. Helge Paulsen oder die Fotografien bizarrer Inszenierungen des russischen Kunstfotografen Andrey Kezzyn. Ein weiteres Highlight, die Fotokunst von Mujaheda Khowajazeda, die von der wechselvollen und erschütternden Geschichte ihrer Heimat Afghanistan erzählt, mit klarem Blick vornehmlich Frauen porträtiert, und ihnen somit ein Gesicht und eine Stimme gibt.

Für ein interdisziplinäres Messeerlebnis steht das Projekt The Temple, ein Gesamtkunstwerk der Künstler Vera Kochubey und Mischa Fanghaenel in Kollaboration mit AP Entertainment. Zum Eröffnungsabend präsentiert The Temple eine audiovisuelle Licht- und Kunstinstallation mit Live Painting und Contemporary Dance Performance des russischen Tänzers und Choreografen Valentin Tszin musikalisch begleitet von der Berghain-Ikone DJ Rødhåd.

Und erstmals gibt es in diesem Jahr zur Berlin Art Week auch eine limitierte Berliner Liste Edition. Die Idee passt perfekt zum Profil der Entdeckermesse, getreu dem Motto: Jeder sollte in der Lage sein, ein Kunstwerk mitzunehmen. Ausschließlich im Rahmen der Messe werden, beim Leipziger Kunstverlag Posterlounge produzierte, hochwertige, auf die kleine Auflage von zehn Exemplaren limitierte und signierte Drucke von zehn aufstrebenden Künstlern zu einem erschwinglichen Verkaufspreis von 100 Euro angeboten.

BERLINER LISTE – Die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst

15. – 17. September 2017 | Opening Donnerstag 14. September 2017, 18:00 – 22:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Freitag – Samstag: 13:00 bis 22:00 Uhr
Sonntag 11.00 bis 19:00 Uhr

Postbahnhof am Ostbahnhof
Straße der Pariser Kommune 8
10243 Berlin

Eintritt: Tagesticket 13 €, Tagesticket ermäßigt 9 €, beides inkl. Katalog
Zum Opening am Donnerstag, 14. September, 18.00 – 22:00 Uhr, ist der Eintritt frei.

www.berliner-liste.com

Konstantin Dery

Bunte Bilder, tolle Kontraste – das dachten wir, als wir die Werke von Konstantin Dery gesehen haben.

Baumreste, 150 x 110 cm, Öl/Leinwand, 2015
Sonnenlicht streift rauen Boden, 120 x 170 cm, Öl/Leinwand, 2017

Im März sind einige Arbeiten von Dery im ARTGESCHOSS Berlin zu sehen.

Vernissage: 2. März 2017, 20 Uhr
Ausstellung: 2. – 31. März 2017
Öffnungszeiten: 11 – 16 Uhr

ARTGESCHOSS GALERIE
Schustehrusstraße 17
10585 Berlin
www.artgeschoss.com

Lutz Brandt in der White Square Gallery

Sehenswert: Lutz Brandt mit seiner Ausstellung „Borderline“ vom 24. Juni bis 6. September 2016 in der White Square Gallery.

Lutz_Brandt_Nemo Little Nemo, 2014
Acryl auf Leinwand
140 x 160 cm

Mutter_Natur_2015__Acryl_auf_Lwd._160_x_180_cm_Kopie Der große Urknall der Mutter Natur, 2016
Acryl auf Leinwand
160 x 180 cm

Lutz_Brandt_Borderline-smlBorderline, 2015
Acryl auf Leinwand

Ausstellung „Borderline“ von Lutz Brandt

Zum Auftakt der Sommerausstellungsreihe präsentiert die White Square Gallery die retrospektive Ausstellung „Borderline“ von Lutz Brandt (*1938 in Berlin).

Die breite Berliner Bevölkerung kennt seit Jahrzehnten die zahlreiche Kunst-am-Bau bzw. Street-Art Projekte, mit denen Lutz Brandt im Laufe seines Lebens deutliche Spuren in Ost-  wie auch in West-Berlin  hinterlassen hat. Bekannt sind außerdem seine Bauprojekte, Poster-serien, Werbeplakate und Magazinillustrationen. Denn Lutz Brandt gab sich als Künstler nie mit einer einzigen Kunstgattung zufrieden. Er ist und war immer auf mehreren Feldern erfolgreich tätig: als Architekt und Bühnenbildner, als Designer und Gebrauchsgrafiker, als Zeichner und Maler.

Leicht schreitet Lutz Brandt über die Grenzen der Gattungen, vermischt und vertauscht sie und macht somit den Grenzübergang zum Sinnbild seiner Kunst. Nicht nur der künstlerische Prozess selbst ist davon betroffen, sondern auch seine Sujets. Meistens sind es die Grenzgebiete, die Situationen also, in denen verschiedene Welten auf einander treffen, sei es Tag und Nacht, Phantasie und Realität, Traum und Wachsein, Dichtung und Wahrheit.

Die Bilder der Ausstellung stammen aus verschiedenen Werkgruppen und Zeiten und sind stilistisch wie thematisch ganz unterschiedlich. Was jedoch ihnen allen innewohnt, ja sie vereint, ist die Ambivalenz des Dargestellten, die Fragilität des transportierten Zustands, die Umkehrbarkeit der bildimmanenten zeitlichen Abfolge. Die Situationen sind in beide Richtungen lesbar: was wir als ein konsequentes Ergebnis vermuten,  erscheint uns unter einer anderen Perspektive als Ursache.

So könnten die vielen bunten Bauteilchen der „Mutter Natur“ eine komplette Zerstörung der Welt bedeuten, aber genauso denkbar und fühlbar ist in diesem Bild die beinahe vollkommene kosmische Harmonie des Ganzen. Die purzelnde Figur des kleinen Jungen im „Little Nemo“ bringt die Welt des Alltags mit der Welt der Abenteuer zusammen. Die scheinbar banale Szene mit den Passagieren, die das Flugzeug verlassen, lässt genügend Platz für Interpretationen offen. Im Bild „Kobe“ verwandeln sich die Folgen der Erdbebenkatastrophe in eine eigenständige Struktur, die Ruhe und Ausgewogenheit ausstrahlt.

Und im Bild „Borderline“, das dieser Ausstellung seinen Namen leiht, zeigt der Künstler einen pseudorealen Grenzübergang, wie ihn sich jeder von uns vorstellt. Aber auch hier, wie überall sonst, überlässt der Künstler alle Fragen und Antworten dem Betrachter. Schließlich soll auch dieser seinen Beitrag zur Kunst leisten.

White Square Gallery
Kronenstraße 43 (am Gendarmenmarkt)
10117 Berlin-Mitte

Ausstellung: Der feine Riss – Haus am Lützowplatz

Der feine Riss. Zeitgenössische Malerei auf dem historischen Feld

Mit: Ernie Luley Superstar, Franziska Maderthaner, Nguyen Xuan Huy, David Nicholson, Axel Pahlavi, Deborah Poynton, Till Rabus, René Schoemakers, Christoph Steinmeyer und Alex Tennigkeit

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Till Rabus, Ikebana #4, 2008, Öl auf Leinwand, 240 x 190 cm, Courtesy Galerie Michael Haas, Berlinder-feine-riss-06-nicholson

David Nicholson, Melancolia, 2007, Öl auf Leinwand, 208 x 135 cm, Sammlung Sander / The Sander Collectionder-feine-riss-05-schoemakers

René Schoemakers, Dystopia VII b, 2016, Acryl auf Leinwand, 180 x 130 cmDeborah Poynton, Morality Play II, 2008, Öl auf Leinwand, 250 x 200 cm, SØR Rusche Sammlung, Oelde/ Berlin

Deborah Poynton, Morality Play II, 2008, Öl auf Leinwand, 250 x 200 cm, SØR Rusche Sammlung, Oelde/ Berlinder-feine-riss-03-nguyenNguyen Xuan Huy, Waiting until the Sun sets, 2015, Öl auf Leinwand, 220 x 450 cm, Courtesy Galerie Rothamel

Die Ausstellung „Der feine Riss – Zeitgenössische Malerei auf dem historischen Feld“ bringt Malerinnen und Maler zusammen, die das Medium an klassische künstlerische Techniken binden und zugleich das historische Gewicht der Gattung mit einer radikal subjektiven Schaffenshaltung beantworten. Das handwerkliche Ethos malerischer Durcharbeitung als extrem zeitaufwändige künstlerische Praxis steht dabei in antagonistischer Spannung zur nervösen, flüchtigen Komplexität unserer heutigen Kultur, wie sie sich auf unterschiedlichen Ebenen in den Werken niederschlägt.

Eröffnung Donnerstag 23. Juni 2016, 19 Uhr

Weitere Informationen: http://www.hal-berlin.de/ausstellung/der-feine-riss/

Haus am Lützowplatz
Lützowplatz 9
10785 Berlin

Anya Janssen bei janinebeangallery

Der Ausgangspunkt für die Ausstellung „Retroactive“ ist ein lang gehegter Wunsch der Künstlerin Anya Janssen: Die Idee einer Ausstellung ihrer Schlüsselarbeiten – von Kunstwerken, die als bedeutende Zäsuren im Œuvre von Janssen herausstechen. Dies sind Gemälde, die nachfolgenden als Referenzen dienten, um sie zu organisieren, verbinden und der Bedeutung oder dem Konzept einer Serie quasi als Generalschlüssel zu dienen.

Double_Barrelled

„Double Barrelled “, Öl auf Leinwand, 230 x 160 cm, 2009

Anya Janssen entschied sich, ein „Best of“ ihrer Gemälde der verschiedenen Serien der vergangenen 20 Jahre ihrer Schaffenszeit auszustellen. Von den Selbstporträts der Serie „Animal Urge“, den eineiigen Zwillingen in „Double-Edged“, dem wilden Mädchen in „The Shapeshifter“ zu den verstorbenen Bewohnern in „The House“.

Eine reine Retrospektive bedeutet im Kontrast zur gegenwärtigen Arbeit eines Künstlers eher eine Bestandsaufnahme, einen passiven Rückblick auf seine Vergangenheit. „Retroactive“ hingegen bezeichnet einen aktiven, lebendigen Bezug zur Gegenwart und eine Schnittstelle zum zukünftigen Schaffen der Künstlerin.

Anya Janssen lebt und arbeitet in Arnhem, Niederlande. Ihre Kunstwerke werden weltweit ausgestellt und sind Teil von vielen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art Arnhem, DELA, ABN/AMRO, Diesel, Delta Lloyd, Ohra und Menzis. 

Ausstellung: 11. Juni – 20. August 2016 

janinebeangallery
Torstrasse 154
10115 Berlin

Online-Katalog als PDF

GALLERY WEEKEND BERLIN 2016 – 29.4. – 2.5.2016

GALLERY WEEKEND BERLIN
Berliner Galerien laden vom 29. April – 1. Mai ein zum Rundgang

Vom 29. April – 1. Mai 2016 findet das 12. Gallery Weekend Berlin statt. 54 teilnehmende Galerien eröffnen an diesem Kunstwochenende ihre Ausstellung. Gezeigt werden historische bis zeitgenössische Positionen, von etablierten Künstlerinnen und Künstlern und vielversprechenden Newcomern.

Der Galerieraum steht beim Gallery Weekend Berlin im Mittelpunkt. Das Konzept des White Cube, als idealen Raum um den Besuchern eine vollkommende Kunstrezeption zu ermöglichen, ohne Ablenkungen durch die Architektur oder andere Einwirkungen, geht bis in die 1920er Jahre zurück. Diese Idealisierung des Galerienraumes, hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt und verändert. Ausstellungsfläche und Architektur verschmelzen immer mehr zu einem ganzheitlichen Konzept für die Wahrnehmung von Kunst – so etwa in Altbauwohnungen, in Fabrikgebäuden, in einer Kirche, in einem ehemaligen Heizraum in einer Plattenbausiedlung oder in einem Bürogebäude. Die sehr unterschiedlichen Galerienräume in Berlin dienen in erster Linie der Präsentation der künstlerischen Arbeiten und auch als zentraler Ort des Austausches zwischen Galerist, Künstler, Sammler und Kunstinteressierten.

Durch die beachtliche Qualität und Anzahl der Berliner Galerien, die facettenreiche Kunstszene sowie die zahlreichen, weltweit ausstellenden Künstlerinnen und Künstler, die hier leben und arbeiten, zählt Berlin zu einer wichtigsten Kunstmetropolen. Einmal im Jahr, zum Gallery Weekend Berlin, schließen sich einige der renommierten Galerien zusammen, öffnen ihre Türen und laden nationale und internationale Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte in ihre Räumlichkeiten um Arbeiten ihrer Künstler zu präsentieren.

Auf den Zug springen natürlich viele andere Galerien – kleine wie große, etablierte und Newcomer – mit auf und präsentieren ihre Künstler.

Eröffnung und Auftakt des Gallery Weekend Berlin ist die Welcome Reception am Donnerstag, 28. April.
Die offiziellen Ausstellungseröffnungen finden am Freitag, den 29. April 2016 statt. 

Die teilnehmenden Galerien und die gezeigten Künstler des Gallery Weekend 2016 sind:

ARRATIA BEER | Ed Fornieles
GALERIE GUIDO W. BAUDACH | Andy Hope 1930
BLAIN I SOUTHERN | Harland Miller
GALERIE ISABELLA BORTOLOZZI | Oscar Murillo; Stephen G. Rhodes
BQ | Jochen Lempert
GALERIE BUCHHOLZ | Wolfgang Tillmans
BUCHMANN GALERIE | Bettina Pousttchi; Daniel Buren
CAPITAIN PETZEL | Christopher Williams
CARLIER I GEBAUER | Mark Wallinger; Iman Issa
MEHDI CHOUAKRI | Philippe Decrauzat
CONTEMPORARY FINE ARTS | Gert & Uwe Tobias; Christian Rosa
CRONE | Hanne Darboven
CROY NIELSEN | Sebastian Black; Megan Rooney
DELMES & ZANDER | Horst Ademeit
GALERIE EIGEN + ART | Carsten Nicolai
KONRAD FISCHER GALERIE | Alice Channer
MICHAEL FUCHS GALERIE | Tomi Ungerer
GERHARDSEN GERNER | Jim Lambie
GALERIE MICHAEL HAAS | Paula Modersohn-Becker; Leiko Ikemura
GALERIE MAX HETZLER | Edmund de Waal
JOHNEN GALERIE | Martin Honert
KEWENIG | Ghada Amer
KICKEN BERLIN | Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Jochem Hendricks, Rudi Meisel, Simone Nieweg, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Helga Paris, Peter Piller, Arne Schmitt, Petra Wunderlich, Ulrich Wüst
KLEMM`S | Bernard Piffaretti
HELGA MARIA KLOSTERFELDE EDITION | Rirkrit Tiravanija
KÖNIG GALERIE | Annette Kelm; Claudia Comte; K.H. Hödicke; Elmgreen & Dragset, Katharina Grosse, Jeppe Hein, Camille Henrot, Alicja Kwade, Michael Sailstorfer, Tatiana Trouvé, David Zink YiI
KOW | Tobias Zielony; Hiwa K
KRAUPA-TUSKANY ZEIDLER | Rachel Harrison
TANYA LEIGHTON | Aleksandra Domanović
DANIEL MARZONA | Olaf Holzapfel
MATHEW GALLERY | Richard Phillips
MEYER RIEGGER | Miriam Cahn
GALERIE NAGEL DRAXLER | Egan Frantz; Günther Förg, Hans-Jörg Mayer, Martin Kippenberger, Heimo Zobernig
GALERIE NEU | Anne Collier; Victor Man
NEUGERRIEMSCHNEIDER | Tobias Rehberger “presently” (group show)
GALERIE NORDENHAKE | Michael Schmidt
PERES PROJECTS | Mike Bouchet
GALERIA PLAN B | Victor Man
GALERIJA GREGOR PODNAR | Julije Knifer
PSM | Eduardo Basualdo
AUREL SCHEIBLER | Ernst Wilhelm Nay
ESTHER SCHIPPER | Tomás Saraceno
GALERIE MICKY SCHUBERT | Ketuta Alexi-Meskhishvili
GALERIE THOMAS SCHULTE | Idris Khan; Daniel Buren
Société | Petra Cortright
SPRÜTH MAGERS | Thea Djordjadze, Craig Kauffman, Alexandre Singh
SUPPORTICO LOPEZ | Adriano Costa
GALERIE BARBARA THUMM | Diango Hernández
VW (VENEKLASEN/WERNER) | Pat O´Neill
GALERIE BARBARA WEISS | Maria Eichhorn
WENTRUP | Peles Empire
KUNSTHANDEL WOLFGANG WERNER | Per Kirkeby
BARBARA WIEN | Michael Rakowitz
ŻAK | BRANICKA | KwieKulik

GALLERY WEEKEND BERLIN
29. April – 1. Mai 2016

Freitag, 29.4.2016, 18–21 Uhr
Samstag, 30.4.+Sonntag, 1.5.2016, 11–19 Uhr

Peter Stauss

Der Künstler Peter Stauss wurde 1966 in Sigmaringen geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Stauss ist scheinbar inspiriert durch die Menschheit. Damit portraitiert er die Gesellschaft als groteske Welt – schräge Gestalten zeigen Szenen mit überfetten Muskeln, Bodybuilding und Junk Food. Uns gefallen die Arbeiten sehr!

Peter Stauss: DUSCHE, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

Peter Stauss: DUSCHE, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

 

Peter Stauss: MENU, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

Peter Stauss: MENU, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

 

Peter Stauss: Aschram, 1999 Öl auf Leinwand, 190 x 170 cm

Peter Stauss: Aschram, 1999  Öl auf Leinwand, 190 x 170 cm

 

Der Künstler Peter Stauss wird vertreten durch die Galerie carlier | gebauer.

carlier | gebauer
Markgrafenstraße 67
D-10969 Berlin