250 Künstler bieten tiefe Einblicke
in Werk und Wirken

Bereits zum 8. Mal lädt das Schöneweide Art Festival „Kunst am Spreeknie“ im Juli 2015 zum Besuch von über hundert offenen Ateliers, rund zwei Dutzend Ausstellungen und künstlerischen Projekten unterschiedlichster Genres. Vom 03. bis 12. Juli gewähren über 250 Künstler aus aller Welt tiefe Einblicke in ihr Werk und ihre Schaffensprozesse.

Während in ganz Berlin das große Ateliersterben weitergeht, scheint Schöneweide für Künstler ein Platz an der Sonne. Über 400 bildende Künstler, Musiker, Performer und andere Kreativschaffende haben hier in den vergangenen Jahren Arbeitsquartier bezogen. Und auch, wenn diese Zahl angesichts der über 7000 vermuteten Künstler in Berlin zunächst gering erscheint – im Gegensatz zu den meisten anderen Stadtteilen in Berlin wächst diese Zahl beständig.

Noch – denn auch in Schöneweide entwickeln sich Hoffnungen und Wünsche der Kunstschaffenden einerseits und der Investoren andererseits auseinander. Zwar wird allgemein auch von Eigentümerseiten immer wieder betont, wie wichtig ihnen Ateliers und Arbeitsorte der Künstler seien, tatsächlich jedoch gibt es auch in Schöneweide durchaus Bestrebungen, eher teure Ateliers für die oberen fünf Prozent zu schaffen, aus Kulturstandorten Studentenwohnheime zu machen oder gleich Wohnungen gehobenen Standards entstehen zu lassen. Und so ist „Kunst am Spreeknie“ in diesem Jahr durchaus auch als Standortmarkierung zu verstehen: „Wir sind hier, wir wollen hier bleiben und wir wollen den Standort Schöneweide weiter ausbauen und entwickeln“, erklären Vertreter der Atelierhäuser einhellig.

Jenseits all der politischen Brisanz dürfte das Schöneweide Art Festival für Besucher vor allem auch wegen des Zusammenspiels der Kunst mit der imposanten Architekturkulisse einen einmaligen Reiz ausüben: Sei es das „Funkhaus“, das am ersten Festivalwochenende vom 03. bis 05. Juli seine Pforten öffnet, seien es die Atelierhäuser auf dem ehemaligen AEG-Gelände in der Wilhelminenhofstraße, die am 11. und 12. Juli zu offenen Ateliers einladen: die Standorte sind stets auch Denkmäler deutscher Industrie- beziehungsweise Rundfunkgeschichte. Und für Künstler wie Besucher entpuppt sich der häufige Leerstand als Glückfall, können doch imposante Hallen und Gebäude gemietet und als temporäre Ausstellungsflächen genutzt werden. Oft mit einem fast musealen Anspruch. So lohnen auch die verschiedenen Ausstellungseröffnungen einen Besuch, die von Montag, den 06. bis Freitag den 10. Juli stattfinden werden.

Zur Orientierung und als erster Überblick soll dem Besucher die „Zentralstation“ genannte Ausstellung in der Wilhelminenhofstraße 83, Gebeäude 59 dienen: hier sind Werke von über 100 Schöneweider Künstlern zusammengestellt – mit Hinweisen, wo innerhalb des Festivals diese Künstler noch anzutreffen sind. Die Zentralstation ist vom 05. bis 10. Juli täglich in den frühen Abendstunden geöffnet, am zweiten Festivalwochenende jeweils ab 11.00 Uhr.

Das Programm:

03.07.15 um 18 Uhr Eröffnung des Festivals im Funkhaus Nalepastraße
04.-05.07.15 von 11-18 Uhr Open Studios im Funkhaus Nalepastraße
05.07.15 um 18 Uhr Ausstellungseöffnung der Zentralstation (Hauptausstellung des Festivals mit Werken von ca. 100 Künstlern) in der Wilhelminenhofstraße 83-85, Gebäude 59 direkt an der Spree
11.-12.07.15 von 11-15 Uhr Open Studios in allen Atelierhäusern in der Wilhelminenhofstraße

Das genaue Programm des gesamten Festivals findet sich auf der Website www.kunst-am-spreeknie.de.