Uwe Wittwer in der Galerie Judin

Sehenswert zum Gallery Weekend Berlin 2016Uwe Wittwer (Malerei) mit seiner Ausstellung „Im Widerschein – Scherben“ – 30. April – 18. Juni 2016 – in der Galerie Judin in der Potsdamer Straße.

8 2 1

Der Schweizer Uwe Wittwer (*1954) unter­läuft und hin­terfragt in sei­nen Gemälden, Aquarel­len und Inkjets die Sehge­wohn­hei­ten und Erwar­tun­gen des Betrachters. Ihre berü­ckende Schön­heit und Sinnlichkeit sind häufig nur ein Lock­mit­tel und machen bei nähe­rer Betrach­tung dem laten­ten Horror Platz, der hin­ter den Fas­saden der Gutbür­ger­lichkeit lauert. Mehr lesen…

Ausstellung „Im Widerschein – Scherben“
30. April – 18. Juni 2016

Vernissage: Fr., 29.4.2016

Galerie Judin
Potsdamer Straße 83
10785 Berlin

Esther Schipper: Tomás Saraceno – Aerocene

Anläßlich des diesjährigen Gallery Weekend Berlin, freut sich Esther Schipper Tomás Saracenos zweite Einzelausstellung mit der Galerie zu präsentieren.

Tomás Saracenos Aerocene Projekt besteht aus einer Choreographie um die Welt, aus Spuren in der Luft, aus mit Luft gefüllten Skulpturen, die die längste emissionsfreie Reise um die Welt antreten werden. Auftrieb erhalten sie allein durch Sonnenwärme und die Infrarotstrahlung der Erdoberfläche. Die Aerocene-Skulpturen brauchen zum Schweben weder fossile Brennstoffe noch Solarmodule oder Batterien, weder Helium, Wasserstoff noch ein anderes Edelgas. So übermitteln sie eine Botschaft von Einfachheit, Kreativität und Zusammenwirken für eine Welt turbulenter geopolitischer Beziehungen und erinnern uns an unsere symbiotische Beziehung mit der Erde und all ihren Lebewesen.

Tomás Saracenos Ausstellung Aerocene formuliert eine metabolische und thermodynamische Transformation der Beziehung der menschlichen Gesellschaft zu Erde und Sonne. Anknüpfend an das Projekt Cloud Cities, der Vision einer fliegenden Stadt, entwickelt Aerocene bewohnbare luftgetragenen Bauten deren Bewohner mithilfe planetarischer/kosmischer Energie schweben. Der Künstler nutzt theoretische Konzepte und Erkenntnisse aus Kunst, Physik und Biologie und erschafft so Werke, die Ausdruck utopischer Visionen eines von stärkerer Verbundenheit geprägten Daseins sind. Aerocene birgt Forschungspotential: die große Fülle an Lebensformen zu erkunden und zu betrachten, die in den Wolken und den oberen Schichten der Atmosphäre zu finden sind – ein bislang unerforschtes Gebiet. Das Naturphänomen des „Fadenflugs“, einer Methode, mit der Spinnenkolonien sich durch die Luft fliegend verbreiten und Entfernungen von tausenden Kilometern zurücklegen, fasziniert Saraceno. Seine Faszination fließt in das Projekt Aerocene ein und weist den Weg für ein Nachdenken über interspezifische gesellschaftliche Zukunftsalternativen.

Tomás Saraceno, geb. in 1973 in Tucuman, Argentina. Er lebt und arbeitet in Berlin. 

Tomás Saraceno – Aerocene
Eröffnung: Freitag 29. April, 18-21 Uhr (anlässlich des diesjährigen Gallery Weekend Berlin)

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin

Di-Sa: 11-18 Uhr

www.estherschipper.com

Johnen Galerie: Martin Honert

Anläßlich des diesjährigen Gallery Weekend Berlin, freut sich Johnen Galerie eine Einzelausstellung mit Martin Honert zu präsentieren.

Für seine aufwändig inszenierten dreidimensionalen Arbeiten schöpft Martin Honert häufig aus Kindheitserinnerungen. In ihnen vereinen sich die widersprüchlichen Assoziationen, die man mit dem neugierigen Blick eines Kindes verbindet: Dieser kann mal unschuldig, mal wissend, mal gnadenlos unerschrocken sein. So gesehen sind seine Werke Hybride, erschaffen von einem Kind und einem Mann, oder, wie es der Künstler einmal ausdrückte: “von einem Erwachsenen im Dienste des Kindes“, das er einmal war. Honert scheint die Erlebnisse dieses Jungen mit ähnlichem Staunen zu betrachten, er externalisiert und inszeniert sie, um ihre Bedeutsamkeit besser in Augenschein nehmen zu können.

Verzerrungen des Maßstabs und das Auslassen von Details deuten auf eine erzählerische Unzuverlässigkeit, auf die Befangenheit der Erinnerung. Entschieden stellen die Werke jeglichen Anspruch auf Wirklichkeitstreue infrage und entscheiden sich stattdessen für eine emotionale Wahrheit. So handelt es sich bei den Skulpturen von Gegenständen oder Figuren nicht um Abbildungen, eher ähneln sie wiedergewonnenen Eindrücken. Bezieht sich der Künstler auf alte Fotografien, so bewahren sich die ausgeschnittenen Figuren das Erscheinungsbild der alten Aufnahmen mit ihrer verblassten, grobkörnigen Auflösung. Doch ihre emotionale Präsenz scheint in der Spannung zwischen der Art und Weise, wie sie im Erleben des Kindes überhöht schien, wie sich der Erwachsene ihrer erinnerte und wie das erwachsene Selbst des Künstlers sie schließlich wiedererschuf, in der Luft zu hängen.

Martin Honert, geb. 1953 in Bottrop. Einzelausstellungen (Auswahl): Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin (2012); Vancouver Art Gallery (2013); Martin Honert, Kunsthalle im Lipsiusbau, Staatliche Kunstsammlungen, Galerie Neue Meister, Dresden (2007); under cover – aus dem Verborgenen, Kunsthalle Düsseldorf, Dusseldorf (2006) und Martin Honert, Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Münster. Gruppenausstellungen (Auwahl): lens-based sculpture – The transformation of sculpture through photography, The Berlin Academy of Arts, Berlin (2014); Sculpture at the Duesseldorf Art Academy: 1945 to the Present, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (2013); The Promised Land, Albertinum, Dresden (2010); Vertrautes Terrain. Aktuelle Kunst in & über Deutschland, ZKM, Karlsruhe (2008) and Spielräume, Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg (2005). Martin Honert lebt und arbeitet in Dusseldorf und Dresden.

Martin Honert
29. April – 28. Mai 2016
Eröffnung: Freitag, 29. April, 18-21 Uhr

Johnen Galerie
Marienstrasse 10
10117 Berlin

Di-Sa: 11-18 Uhr

www.johnengalerie.de

GALLERY WEEKEND BERLIN 2016 – 29.4. – 2.5.2016

GALLERY WEEKEND BERLIN
Berliner Galerien laden vom 29. April – 1. Mai ein zum Rundgang

Vom 29. April – 1. Mai 2016 findet das 12. Gallery Weekend Berlin statt. 54 teilnehmende Galerien eröffnen an diesem Kunstwochenende ihre Ausstellung. Gezeigt werden historische bis zeitgenössische Positionen, von etablierten Künstlerinnen und Künstlern und vielversprechenden Newcomern.

Der Galerieraum steht beim Gallery Weekend Berlin im Mittelpunkt. Das Konzept des White Cube, als idealen Raum um den Besuchern eine vollkommende Kunstrezeption zu ermöglichen, ohne Ablenkungen durch die Architektur oder andere Einwirkungen, geht bis in die 1920er Jahre zurück. Diese Idealisierung des Galerienraumes, hat sich in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt und verändert. Ausstellungsfläche und Architektur verschmelzen immer mehr zu einem ganzheitlichen Konzept für die Wahrnehmung von Kunst – so etwa in Altbauwohnungen, in Fabrikgebäuden, in einer Kirche, in einem ehemaligen Heizraum in einer Plattenbausiedlung oder in einem Bürogebäude. Die sehr unterschiedlichen Galerienräume in Berlin dienen in erster Linie der Präsentation der künstlerischen Arbeiten und auch als zentraler Ort des Austausches zwischen Galerist, Künstler, Sammler und Kunstinteressierten.

Durch die beachtliche Qualität und Anzahl der Berliner Galerien, die facettenreiche Kunstszene sowie die zahlreichen, weltweit ausstellenden Künstlerinnen und Künstler, die hier leben und arbeiten, zählt Berlin zu einer wichtigsten Kunstmetropolen. Einmal im Jahr, zum Gallery Weekend Berlin, schließen sich einige der renommierten Galerien zusammen, öffnen ihre Türen und laden nationale und internationale Sammler, Kuratoren und Kunstinteressierte in ihre Räumlichkeiten um Arbeiten ihrer Künstler zu präsentieren.

Auf den Zug springen natürlich viele andere Galerien – kleine wie große, etablierte und Newcomer – mit auf und präsentieren ihre Künstler.

Eröffnung und Auftakt des Gallery Weekend Berlin ist die Welcome Reception am Donnerstag, 28. April.
Die offiziellen Ausstellungseröffnungen finden am Freitag, den 29. April 2016 statt. 

Die teilnehmenden Galerien und die gezeigten Künstler des Gallery Weekend 2016 sind:

ARRATIA BEER | Ed Fornieles
GALERIE GUIDO W. BAUDACH | Andy Hope 1930
BLAIN I SOUTHERN | Harland Miller
GALERIE ISABELLA BORTOLOZZI | Oscar Murillo; Stephen G. Rhodes
BQ | Jochen Lempert
GALERIE BUCHHOLZ | Wolfgang Tillmans
BUCHMANN GALERIE | Bettina Pousttchi; Daniel Buren
CAPITAIN PETZEL | Christopher Williams
CARLIER I GEBAUER | Mark Wallinger; Iman Issa
MEHDI CHOUAKRI | Philippe Decrauzat
CONTEMPORARY FINE ARTS | Gert & Uwe Tobias; Christian Rosa
CRONE | Hanne Darboven
CROY NIELSEN | Sebastian Black; Megan Rooney
DELMES & ZANDER | Horst Ademeit
GALERIE EIGEN + ART | Carsten Nicolai
KONRAD FISCHER GALERIE | Alice Channer
MICHAEL FUCHS GALERIE | Tomi Ungerer
GERHARDSEN GERNER | Jim Lambie
GALERIE MICHAEL HAAS | Paula Modersohn-Becker; Leiko Ikemura
GALERIE MAX HETZLER | Edmund de Waal
JOHNEN GALERIE | Martin Honert
KEWENIG | Ghada Amer
KICKEN BERLIN | Sibylle Bergemann, Arno Fischer, Jochem Hendricks, Rudi Meisel, Simone Nieweg, Gabriele und Helmut Nothhelfer, Helga Paris, Peter Piller, Arne Schmitt, Petra Wunderlich, Ulrich Wüst
KLEMM`S | Bernard Piffaretti
HELGA MARIA KLOSTERFELDE EDITION | Rirkrit Tiravanija
KÖNIG GALERIE | Annette Kelm; Claudia Comte; K.H. Hödicke; Elmgreen & Dragset, Katharina Grosse, Jeppe Hein, Camille Henrot, Alicja Kwade, Michael Sailstorfer, Tatiana Trouvé, David Zink YiI
KOW | Tobias Zielony; Hiwa K
KRAUPA-TUSKANY ZEIDLER | Rachel Harrison
TANYA LEIGHTON | Aleksandra Domanović
DANIEL MARZONA | Olaf Holzapfel
MATHEW GALLERY | Richard Phillips
MEYER RIEGGER | Miriam Cahn
GALERIE NAGEL DRAXLER | Egan Frantz; Günther Förg, Hans-Jörg Mayer, Martin Kippenberger, Heimo Zobernig
GALERIE NEU | Anne Collier; Victor Man
NEUGERRIEMSCHNEIDER | Tobias Rehberger “presently” (group show)
GALERIE NORDENHAKE | Michael Schmidt
PERES PROJECTS | Mike Bouchet
GALERIA PLAN B | Victor Man
GALERIJA GREGOR PODNAR | Julije Knifer
PSM | Eduardo Basualdo
AUREL SCHEIBLER | Ernst Wilhelm Nay
ESTHER SCHIPPER | Tomás Saraceno
GALERIE MICKY SCHUBERT | Ketuta Alexi-Meskhishvili
GALERIE THOMAS SCHULTE | Idris Khan; Daniel Buren
Société | Petra Cortright
SPRÜTH MAGERS | Thea Djordjadze, Craig Kauffman, Alexandre Singh
SUPPORTICO LOPEZ | Adriano Costa
GALERIE BARBARA THUMM | Diango Hernández
VW (VENEKLASEN/WERNER) | Pat O´Neill
GALERIE BARBARA WEISS | Maria Eichhorn
WENTRUP | Peles Empire
KUNSTHANDEL WOLFGANG WERNER | Per Kirkeby
BARBARA WIEN | Michael Rakowitz
ŻAK | BRANICKA | KwieKulik

GALLERY WEEKEND BERLIN
29. April – 1. Mai 2016

Freitag, 29.4.2016, 18–21 Uhr
Samstag, 30.4.+Sonntag, 1.5.2016, 11–19 Uhr

14. OpenAirGallery 2016 – 5.6.+3.7.2016 auf der Oberbaumbrücke

In diesem Jahr findet die 14. OpenAirGallery 2016 auf der Oberbaumbrücke am Sonntag, den 05.06.2016 und Sonntag, den 03.07.2016 von 10.00 bis 20.00 Uhr statt.

Die Oberbaumbrücke wird am Sonntag den 5. Juni und am Sonntag den 3. Juli wieder für den Verkehr gesperrt und zeigt sich der Stadt von ihrer schönsten Seite. Zum 14. Mal eröffnet über der Spree zwischen den Ortsteilen Kreuzberg und Friedrichshain die OpenAirGallery, Berlins größte Ausstellung unter freiem Himmel. Präsentiert wird die diesjährige Auswahl von über hundert internationalen Künstler*innen, die ihre Werke an diesem besonderen Ort ausstellen.

Kunst, Begegnung und Austausch auf der gesperrten Oberbaumbrücke

Nur zweimal im Jahr, jeweils am ersten Sonntag im Juni und Juli, wird die Brücke für diesen Anlass für den Verkehr gesperrt. Eine Initiative des Stadtteilausschuß Kreuzberg e.V. Die Oberbaumbrücke wird an diesen beiden Tagen zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs. Mit der Befreiung vom Verkehrslärm erhält sie eine Aufenthaltsqualität für alle.

Mehr als 100 Künstler*innen im direkten Dialog mit den Besucher*innen

Die OpenAirGallery bietet ein Forum für jeden, ob Kunstkritiker oder Sonntagsspaziergänger, über die Kunst ins Gespräch zu kommen. Galeristen haben hier die Möglichkeit, auf ganz anderem Wege junge Künstler*innen zu entdecken. Und den Künstler*innen selbst bietet sich die Chance, ihre Arbeiten einem Publikum direkt vorzustellen, auf das sie so, in einem klassischen Ausstellungsraum nie treffen würden – im letzten Jahr begrüßte die OpenAirGallery über 45.500 Besucher*innen.

Kunst aus den Bereichen Bildhauerei, Fotografie, Malerei und Grafik.

Die Vielgestaltigkeit der Besucher*innen spiegelt sich auch in der Auswahl der teilnehmenden Künstler*innen wider. Das Spektrum der Arbeiten reicht von der klassischen Schule über Pop-Art und Surrealismus bis zu experimentellen, modernen Werken, Street- und Urbanart. Dabei findet die Kunst ihre Wege durch die Malerei, Grafik, Fotografie, Collage, Druck, Bildhauerei und Plastiken.

Bei schönem Wetter ist diese Veranstaltung ein Muss! Bei Regen aber auch.

Nicht verpassen: 14. OpenAirGallery 2016 – 5.6.+3.7.2016 auf der Oberbaumbrücke

Oberbaumbrücke
Warschauer Straße
10243 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg

www.openairgallery.de

Bild-Quelle: openairgallery.de

Fiona Rae

Die Bilder von Fiona Rae erinnerten uns zunächst irgendwie an blumige Ornamente auf Schatullen aus dem Schwarzwald. Beim genaueren Hinsehen entsteht aber eine ungeheure Dynamik in den Bilder von Rae. Wild, gestisch und doch kompositorisch perfekt platzierte Striche formen die Arbeiten von Fiona Rae.

Fiona Rae, Figment 2c, 2015, Öl auf Leinwand, 61 x 49.5 cm

Fiona Rae, Figment 2c, 2015, Öl auf Leinwand, 61 x 49.5 cm

Fiona Rae Figment 1a, 2015, Öl und Acryl auf Leinwand, 61 x 49.5 cm

Fiona Rae Figment 1a, 2015, Öl und Acryl auf Leinwand, 61 x 49.5 cm 

 

Fiona Rae wird vertreten durch die Buchmann Galerie Berlin.

Buchmann Galerie Berlin
Charlottenstrasse 13
10969 Berlin

www.buchmanngalerie.com

Peter Stauss

Der Künstler Peter Stauss wurde 1966 in Sigmaringen geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Stauss ist scheinbar inspiriert durch die Menschheit. Damit portraitiert er die Gesellschaft als groteske Welt – schräge Gestalten zeigen Szenen mit überfetten Muskeln, Bodybuilding und Junk Food. Uns gefallen die Arbeiten sehr!

Peter Stauss: DUSCHE, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

Peter Stauss: DUSCHE, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

 

Peter Stauss: MENU, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

Peter Stauss: MENU, 2015, Öl auf Holz, 220 x 170 cm

 

Peter Stauss: Aschram, 1999 Öl auf Leinwand, 190 x 170 cm

Peter Stauss: Aschram, 1999  Öl auf Leinwand, 190 x 170 cm

 

Der Künstler Peter Stauss wird vertreten durch die Galerie carlier | gebauer.

carlier | gebauer
Markgrafenstraße 67
D-10969 Berlin

Erwin Wurm: Bei Mutti – Ausstellung 15.4. – 22.8.2016 in der Berlinischen Galerie

Erwin Wurm, The Idiot III (One Minute Sculpture), 2010, © Erwin Wurm, VG BILD-KUNST Bonn, 2016 , courtesy: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg, Paris, Foto: Studio Erwin WurmErwin Wurm, einer der größten Künstler unserer Zeit, ist mit seinen Arbeiten ab April 2016 in Berlin zu sehen!

Der österreichische Künstler Erwin Wurm (*1954) war 1987 als Stipendiat des DAADKünstlerprogramms in Berlin. In diese prägende Phase fällt eine grundlegende Veränderung seiner künstlerischen Arbeitsweise: Er beginnt, die Grenzen zwischen Skulptur, Objekt und Performance auszuloten. Erwin Wurm wird nun erstmals in einer monografischen Ausstellung in einem Berliner Museum präsentiert.

Die Präsentation in der Berlinischen Galerie stellt zentrale Werkbereiche vor, darunter jüngst entstandene Arbeiten. Im Mittelpunkt steht der menschliche Körper, dessen skulpturales Potenzial und Wurms partizipatorischer Ansatz, den Betrachter zu einem Teil seines Kunstwerkes werden zu lassen.

Ausgangspunkt der Ausstellung „Bei Mutti“ ist das Narrow House, ein Nachbau von Wurms Elternhaus in Bruck an der Mur in der Steiermark, gestaucht auf die Breite von 1,10 Meter. 2011 war dieses surreal anmutende Haus auf der Biennale in Venedig zu sehen.

Der Künstler macht das typische Einfamilienhaus mit Satteldach zu einer begehbaren Skulptur, die den Besucher die bürgerliche Wohnkultur der Nachkriegszeit, aber auch die buchstäbliche Enge und Spießigkeit der Provinz physisch erleben lässt. Detailgetreu ausgestattet, inklusive einiger Reproduktionen von Familienfotos, verbindet sich der Besuch des Hauses mit der kollektiven Erinnerung mehrerer Nachkriegsgenerationen, ohne jedoch denunziatorisch zu sein.

In seinen One Minute Sculptures, die seit 1997 entstehen, fordert Wurm den Skulpturbegriff radikal heraus. Die skulpturalen Interventionen wirken oft wie kleine Theaterstücke: Es handelt sich um Kurz-Performances, bei denen Personen mit Aufgaben und Gegenständen kämpfen, die ihnen der Künstler mittels einer Handlungsanweisung aufgibt. Menschen, die sich in den Ärmeln dicker Wollpullis verlieren, sich in Stuhlbeine verkeilen, die versuchen, sich auf Tennisbälle zu legen oder in grotesker Weise auf einem Sofa zu sitzen, ja mit diesem eins zu werden. Die One Minute Sculptures zeugen von Wurms intensiver Beschäftigung mit Philosophie und verdeutlichen den performativen Ansatz seiner Kunst. Kritische Auseinandersetzungen mit der Kunstgeschichte finden sich ebenso wie sarkastische Kommentare zum Katholizismus und zum zeitgenössischen Körperkult. Ein Dutzend dieser meist auch augenzwinkernden und geistreichen Dramolette ist in der Treppenhalle der Berlinischen Galerie zu erleben. Erwin Wurms theatralskulpturale Rauminszenierungen sind humorvoll, überraschend, skurril – einerseits hintergründig, andererseits mit leichter Hand inszeniert. Lustvolle, sinnliche Werke, die erst durch die Partizipation der Betrachter komplettiert werden.

Die Ausstellung widmet sich mit rund 80 Arbeiten darüber hinaus erstmals ausführlich dem zeichnerischen Werk Erwin Wurms, das vor allem die Entstehung der One Minute Sculptures begleitet und ergänzt. Das kleine kompakte Buch Von Konfektionsgröße 50 zu 54 in acht Tagen handelt von einem Verwandlungsprozess. Mit knappen Instruktionen, Speiseplänen und Rezepten fordert es uns auf, unser Körpervolumen in acht Tagen um ein beträchtliches Maß zu steigern. Der eigene Körper wird zum skulpturalen Ausgangsmaterial und treibt so die Ansätze aus den One Minute Sculptures auf die Spitze. Die Arbeit ist eine Provokation weit verbreiteter Ratgeber zur Körperoptimierung und gängiger Schlankheitsideale. In der Berlinischen Galerie werden die Einzelblätter in einer Vitrine präsentiert.

Der dritte Teil der Präsentation widmet sich skulpturalen Arbeiten, die erst in den vergangenen Monaten entstanden sind. Hier stehen verbeulte Kühlschränke neben riesigen deformierten Telefonen und eingeknickten Sideboards. Diese Werke setzen sich mit der skulpturalen Qualität von Möbeln und anderen Alltagsgegenständen auseinander. Wurm bildet die vertrauten Objekte aus verschiedenen Materialien nach, verfremdet sie aber gleichzeitig durch Größenverschiebungen, Verformungen und Zeichen der Zerstörung. In Bronze oder Polyester gegossen, verändern die Gegenstände ihre ursprüngliche Funktion und Bedeutung. Gleichzeitig deutet die farbliche Gestaltung auf den Inhalt der zitierten Objekte hin: So beispielsweise das Cremeweiß der Arbeit Body, eine Bodylotion-Flasche oder die gelbliche Farbe von Butter, die Nachbildung eines Kühlschranks. Dieser spielerische Umgang mit Innen und Außen ist charakteristisch für das Werk Erwin Wurms.

Was sichtbar wird, ist eine „de-Form-ation“, eine Spannung zwischen der Darstellung von Alltagsgegenständen, ihrer Materialität und den hinterlassenen Spuren von Körpereinwirkungen und -abdrücken.

BERLINISCHE GALERIE

Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts

Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

www.berlinischegalerie.de

Bild: Erwin Wurm,
The Idiot III (One Minute Sculpture), 2010,
© Erwin Wurm, VG BILD-KUNST Bonn, 2016 , courtesy: Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg, Paris, Foto: Studio Erwin Wurm

Cinta Vidal Agulló

Es kommt nicht oft vor, dass uns Kunst so beeindruckt wie die malerischen Arbeiten von Cinta Vidal! Die Werke der jungen katalanischen Künstlerin und Illustratorin erinnern ein wenig an die von M.C. Escher nur in die heutige Zeit übertragen. So könnte man ein Bild drehen und drehen und man würde immer neues entdecken. Oft sind es Landschaften mit Häusern (Bungalos mit Klimaanlagen oder Waschmaschinen) und Menschen, die lesen, schreiben, meditieren. Alles greift ineinander und verwirrt das Auge – schöne surreale Arbeiten. Egal wie rum.

Bauhaus_neigbors-CintaVidal-perweb„Bauhaus neighbors“ 30×30 cm. Acryl auf Holz, 2015

SharingHome-e1450359614954„Sharing home“, 2015

ROCK-NEIGHBORS-61x61-CintaVidalROCKNEIGHBORS-fragment2 ROCKNEIGHBORS-fragment

‘Rock neighbors’. 2015

‘Rock neighbors’ wurde 2015 in der Thinkspace’s booth auf der Scope Miami Beach gezeigt.

Bilderquelle: http://cintavidal.com/