Der Sammler – Der Konsument

Wer lebt mit und von der Kunst?

Wo die Passion des Sammelns ihre Geburtsstätte hat, ist bei jedem sehr unterschiedlich. Viele Sammler berichten, dass die Leidenschaft zum Sammeln auf einer der vielen Kunstmessen entbrannt ist.
Sie sind oft reiche Erben. So kann man die Namen der weltweit reichsten Familien auf den internationalen Käuferlisten lesen. Aber auch die Selfmade-Milliardäre sammeln zeitgenössische Kunst. Darunter sammeln der französische Unternehmer François Pinault und der Hedge-Fond-Manager Steven Cohen neben Burda und Co.

Insgesamt zählen 2006 laut der Zeitschrift Forbes wohl 500 der 793 Milliardäre weltweit zu den Groß- und Größtsammlern von Kunst. Die Zahl hat sich im Vergleich drei Jahre zuvor verdreifacht. (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst. Eine Qualitätsprüfung. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008, S. 42)

Platon schrieb, dass es die Betrachtung des Schönen ist, wofür es sich zu leben lohnt. Dem Sammler reicht das Betrachten jedoch nicht. Er möchte besitzen. Der deutsche Kunstsammler Christian Boros bestätigt diese These: „Als Sammler willst du haben.“ (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 54, Anmerk. 2)
Der Sammler sieht in dem Besitz Macht. Es ist die Herrschaftsmacht desjenigen über die Sache im privaten Universum.
Vergleichbar ist das Sammeln von Kunst, dem Objekt der Begierde mit der Jagd nach dem Kopf in primitiven Gesellschaften, oder das Sammeln von Reliquien im Mittelalter. In der Vorstellung sind all diese Objekte mit einer Kraft beseelt, die auf den Besitzer übergeht. Ob Gefühle des Alleinseins, Ohnmacht, das Streben nach Einzigartigkeit oder Zugehörigkeit – es gibt immer ein passendes Objekt, der den Seelenzustand lindert, oder für kurzen Augenblick an dessen Stelle tritt. Ist der Moment vorbei, gibt es einen nächsten Wunsch.

Der Sammler ist aber auch ein Kind. Infantil erweckt er das Objekt, das Kunstwerk, wie einen Teddy zum Leben. Das Sammeln ist dann die Anhäufung von Gegenständen, zu denen der Sammler eine langlebige und persönliche Bindung aufbaut. Sie dient dem Schutz vor dem Gefühl der Verwundbarkeit.

In der Vorstellung beherbergt der Schädel des Feindes für einen melanesischen Kopfjäger „mana“, eine unsichtbare Kraft, die den Krieger zum Sieg führt. Für den mittelalterlichen Christen besaßen die Knochen eines Märtyrers eine Energie, die ihm unermesslichen göttlichen Schutz bot.

Heute bietet uns die Industrie Schönheit und Erfolg, wenn wir deren, in der Werbung beworbenen, Produkte benutzen. Dieses Übertragen von Vorstellungen auf Produkte und ihre positive Wirkung wird als „emotional branding“ bezeichnet.

Jedoch ist Sammeln noch eine gesteigerte Form des Konsums. Eine Sammlung drückt immer die Identität und die Beschaffenheit seines Besitzers aus. Und so möchte der Sammler auch gesehen werden, als Schaffender nach dem Schaffenden. Er ist nicht nur Käufer und Manager seiner Sammlung, er sieht sich gerne als moderner Medici. (Hype, S. 61, Anmerkung 8). Das ist die ein Gruppe der Sammler.
Die andere sehnt sich nur nach Prestige und Anerkennung. Dort fehlt ein Zusammenhang zwischen den Werken. Oft lassen Sammler sammeln. Die Auswahl übernimmt dann eine Galerie, die weiß, was im Wert steigen wird.
Es sind diejenigen im Auktionshaus, die eh schon alles haben und ihren Reichtum durch Schmuck oder ihr Auto nicht mehr präsentieren können, die die Preise ins Unermessliche steigen lassen. Es geht hier um Provokation und infantilen Machtstreit im Raum der Auktion. Wer bekommt den Zuschlag? Derjenige, der den längeren Atem hat und die tiefere Tasche besitzt, profiliert sich durch den Gewinn der Versteigerung und die Genugtuung, jemand anderem das Objekt der Begierde weggeschnappt zu haben. Für die neu aufkommende Sammlerschaft aus Osteuropa und China ist der Kauf teurer Kunst die Eintrittskarte in die Luxuswelt. Geld spielt hier keine Rolle – Hauptsache es ist teuer!

Das Sammeln unterliegt meist einer Ordnung und einem Gleichgewicht der Dinge untereinander. Die Reihenfolge ist die Aneignung des Objekts, das Ordnen, die Gestaltung und die Vervollständigung, die auch in einer Sammelsucht enden kann. Räumt man eine Ecke des Zimmers auf, kann es gut sein, dass danach die ganze Wohnung geputzt ist.

Das Sammeln ist die unendliche Geschichte des Konsums. Hat der Sammler das eine ergattert, ist der Wunsch nach dem anderen geweckt.

Wie auch beim Sammeln von Überraschungseierfiguren ist der Sammler stets auf der Suche nach Schnäppchen und Neuentdeckungen. Der Trend zeichnet sich ab, dass sich die Zahl der Sammler für Gegenwartskunst in den letzten zehn Jahren verdoppelt bis verfünffacht hat. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 65) Es wird in die Junge Kunst investiert und auf junge Künstler gesetzt. Berühmteste Sammlerin, die ausschließlich die jüngste Generation sammelt, ist Ingvild Goetz, die in München ihr eigenes Privatmuseum eröffnet hat.
Wer früh genug den Riecher hat, und wenn zum Schluss alle in die gleiche Richtung schwimmen und alle dem Hype hinterherhechten, desto mehr Genugtuung hat der Käufer. Wer spät einsteigt, muss mehr bezahlen.
Es scheint ein Spiel der Superreichen zu sein. Man schaut neidisch zu der Sammlung seines Rivalen, der schon einen bestimmten Künstler hat, der momentan voll im Trend liegt und gerät unter Druck. Im Gegensatz zum Aktienhandel bei dem Insidergeschäfte seit 1995 unter Strafe stehen, sind diese im Kunstbetrieb erlaubt. Wer dazu gehört, weiß, wann eine Retrospektive bevorsteht und die Preise eines Künstlers in die Höhe schießen.

Es gibt die Sammler, die auf Namen der Künstler vertrauen und das Sammeln, was gerade in der Mode ist und es gibt die Giganten, die vorgeben, welche Marken angesagt sind. Wenn beispielsweise Charles Saatchi Werke eines Künstlers kauft, kann man davon ausgehen, dass sich dieser danach kaum noch vor Anfragen retten kann. Es geht hierbei aber um Gewinnmaximierung.

Die leidenschaftlichen Sammler, bilden jedoch das Gros, die Kunstwerke kaufen, die ihnen etwas sagen oder zu sagen scheinen. Es sind dann auch nicht immer die Superreichen, sondern auch „normale“ Privatsammler, die aus Überzeugung kaufen und sich mit der Arbeit identifizieren.
„Viele Sammler sind um die fünfzig Jahre alt, haben zwanzig oder dreißig Jahre hart gearbeitet und möchten ihr Geld nun in bleibende Werte investieren. Andere sind zwischen dreißig und vierzig und interessieren sich für ein bestimmtes Sammlungsgebiet wie Modephotographie, experimentelle oder Aktphotographie. … Es gibt auch eine ganz neue Generation von Sammlern, die sich auf Photographie spezialisieren. Diese Sammler mischen ganz verschiedene Stile und Epochen. Wieder andere kaufen nur ein einziges Werk, das Ihre Aufmerksamkeit gefesselt hat, und leben damit. Der Anteil von jungen Sammlern (bis Mitte 30) liegt bei etwa 20-30 Prozent.“, so beschreibt die Galerie Kicken in Berlin ihre Käufer. (E-Mail an den Autor, 8.1.2008)

Der kleine Sammler macht 95 Prozent des Umsatzes aus. (Und das ist Kunst?, S. 41) Die Gemeinsamkeit: Egal ob reich oder nur Geringverdiener, die Sammler sind diejenigen, die gerne über das Werk und dessen Hintergrund philosophieren und sich mit dem Künstler austauschen wollen. Sie verwirklichen sich und ihre – meist unterdrückten – Gefühle im Kauf einer künstlerischen Arbeit, die die Freiheit widerspiegelt, die sie selbst meist nicht besitzen. So ist es doch keine Seltenheit, dass äußerlich spießige Manager im Anzug, in ihrem Büro ein „wildes“ Kunstwerk zu stehen oder zu hängen haben. Und der innerlich Zerrissene gönnt sich die ersehnte Ruhe in einem Bild voller Harmonie. Aber alles geschieht mit dem Hintergrund der Freude an der Neuentdeckung und dem Erleben der Kunst.
So betont der italienische Sammler Giuseppe Panza di Biumo 2004 im Schweizer Kulturmagazin „du“: „Das, was alle sowieso kannten und was außerdem viel zu teuer war, das interessierte mich nicht. Ich wollte neues entdecken und den schöpferischen, künstlerischen Moment miterleben, verstehen, was die Künstler dachten, wollten, liebten. […] Solange ich lebe, werde ich nach Dingen suchen, die die Intensität des Lebens ausdrücken.“ (Blomberg, Katja: Wie Kunstwerte entstehen. Das Geschäft mit der Kunst. Murmann Verlag, Hamburg, 2005. 3. Ausgabe März 2008, S. 79, Anmerk. 58)
Ivo Wessel, Softwareentwickler und Sammler in Berlin, kauft nur, was ihm Lust bereitet. (Blomberg, Katja: Wie Kunstwerte entstehen. Das Geschäft mit der Kunst. Murmann Verlag, Hamburg, 2005. 3. Ausgabe März 2008, S. 80, Anmerk. 59)

So muss man zum Schluss doch zwischen den Sammlern, Käufern, Spekulanten und wirklichen Kunstliebhabern unterscheiden, obwohl das Resultat das Gleiche ist: Wer Geld für Kunst ausgibt, hat etwas für die Bildung und die Menschlichkeit getan, indem er dem armen Künstler, dem Außenseiter, geholfen hat. Er darf sich als Sponsor der Künste fühlen, auch wenn er nur kauft, ohne wirklich zu konsumieren. Prestige ist nirgendwo so gegen Geld einzutauschen, wie im Kunstbetrieb.

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Die Galerie – Der Handel

Wer lebt mit und von der Kunst?

Galeristen sind die Botschafter zwischen den oft eigensinnigen, schwer zugänglichen Künstlern und denen, die das Geld haben. Sie verwandeln Kunst in Geld. In der heutigen Zeit sind Galeristen ständig unterwegs, verschicken Bilder im JPEG-Format über das Internet und recherchieren online. Sie halten den Kontakt zu ihren Kunden, halten Reden, geben dem Betrachter von Kunst einen Denkanstoß. Den braucht er, um ein Werk zu kaufen, weil er es dann versteht – oder zu verstehen glaubt.

Galeristen stehen zu ihren Künstlern, die sie vertreten.
Spricht man mit einem Galeristen, würde er nie behaupten, dass die gerade laufende Ausstellung nur eher durchschnittlich ist und die nächste doch bessere Ware bringt. Er steht für die künstlerische Position ein und vertritt sie nach der Linie, die er mit seiner Galerie fährt. Es werden Künstler finanziell unterstützt oder die Galerie zahlt ihrem Sprössling eine Vorauszahlung, damit er seine Miete bezahlen kann. Der Galerist wird zum Vorkämpfer von Visionen, die er mit dem Künstler teilt, um ihn dann in seinem Galerieprogramm aufzunehmen.

Jedoch geschieht das natürlich nur, wenn abzusehen ist, dass sich die Kunst auch verkauft. Die Haltung zu Geld und der Kunst ist ein Doppelspiel, welches statusabhängig vertreten wird. Eine kleine Galerie, die um Anerkennung ringt, entschuldigt sich, für Kunst Geld zu verlangen. Die Großgalerie scherzt über Geld und Preise, wenn überhaupt darüber gesprochen wird. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 108, Anmerk. 8 )

Oft spezialisieren sich Galerien. Sie bieten dann nur Fotografie, nur Malerei oder nur bestimmte Epochen an. Oftmals werden auch nur eine Hand voll Künstler vertreten. Die Arbeit mit Künstlern ist teilweise schwierig und hat man mal einen Künstler gefördert und aufgebaut, intensiviert man die Vermarktung, damit sich die Investition gelohnt hat. Zusammen mit anderen Galerien werden Allianzen geschlossen und ein weltweites Netzwerk aufgebaut.

Paul Durand-Ruel, der den Impressionismus entdeckt hat, Daniel-Henry Kahnweiler, der Wegbereiter des Kubismus und Leo Castelli, der Promoter der Pop-Art gehören zu den visionären Kunsthändlern, die die Künstler entdeckten und  ihnen Bedeutung verschafften. Nur wenige Künstler, in die Energie und Geld gesteckt wird, werden langfristig erfolgreich.

In vierzig Jahren hat die Berliner Galerie Nothelfer zweihundert Künstler ausgestellt, davon waren knapp die Hälfte Neuentdeckungen. Jedoch konnten sich nur acht von ihnen dauerhaft auf dem Kunstmarkt etablieren. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 107, Anmerk. 5) Daher sind Risikobereitschaft und Pioniergeist oftmals den Galeristen zuzuschreiben.

Nicht selten wird ein Startkapital benötigt, um die künstlerische Position und den Künstler bekannt zu machen und ihn zu positionieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Galeristen und Kunsthändler der Zeitgeschichte nicht nur über kulturelles Kapital sondern auch über finanzielle Ressourcen verfügten.
Bedeutende Kunsthändler von Paul Cassirer, über Kahnweiler bis Leo Castelli stammten aus wohlhabenden bis schwerreichen Familien. Es gibt natürlich Ausnahmen, jedoch bestätigt sich bis heute diese Regel.
So verfügt Iwan Wirth mit seiner Partnerin Ursula Hauser, Erbin eines der großen Vermögen in der Schweiz, über einen nahezu unerschöpfliches finanzielles Polster. Die Heirat mit Tochter Manuela Hauser sichert dieses bis auf weiteres.

Neben jeder Art von teurer Vermarktung bis hin zum normalen Verkaufsgespräch in der Galerie – wie sehr die Kunst des Künstlers kaufenswert ist, bringen Galeristen in ganz unterschiedlicher Art zum Ausdruck. Galeristen sind Kunsthändler. Wie Händler in anderen Branchen haben sie unterschiedliche Taktiken, um mit ihren Kunden umzugehen. Es werden Golfturniere und Gänseessen organisiert. Oder wie bei Michael Schultz, eine Auswahl an guten Flaschen Rotwein zusammen getrunken. Der Sammler wird Teil einer neuen Familie.

Die Kundschaft in der Kunst ist oft wohlhabend und interessiert an Luxusgut. Sie möchte vom Galeristen überzeugt werden und dabei das Gefühl haben, selbst das Kunstwerk und den künstlerischen Wert erkannt zu haben. Der Galerist wirkt bestätigend und versucht nicht, den Kunden zu belehren. Verkäufer und Käufer sollten zwar auf der gleichen Ebene sein, jedoch dominiert der potenzielle Käufer das Verkaufsgespräch. Teilweise möchte der Kunde, der aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, etwas grober behandelt werden. So spricht Judy Lybke seine Kunden gleich beim ersten Mal mit „Du“ an. Der Galerist bespaßt seine Vernissage-Gesellschaft, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, ist charmant wie auch Galeristin Petra Lange in Charlottenburg. Durch diese unbeschwerte und lockere Art wird der Kunde an die Galerie gebunden.

Der Galerist muss jedoch neben seinem „Clownsdasein“ das Wissen über die Provenienz besitzen, eine Geschichte über das Werk in der Hinterhand haben und genau über den Wertzuwachs Bescheid wissen. Gerade in Zeiten, in denen die Unsicherheit über die Qualität von Kunst, deren Bilder und Skulpturen und Positionen, werden kundige Händler zu Garanten für die Käufer. Ende des 18. Jahrhunderts fand eine Abwendung von akademischer Schönheit hin zu künstlerischer Authentizität statt. Kunsthändler hatten die Fähigkeit den Stil und die Hand des Meisters zu identifizieren und wurden für Sammler unverzichtbar, die anfingen „Namen zu kaufen statt Werke“, wie ein Kunsthändler 1764 bemerkte. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 106, Anmer. 3)

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

Der Künstler – Der Produzent

Wer lebt mit und von der Kunst?

Der Künstler gilt als Schöpfer und oft ranken sich Mythen um diesen Außenseiter. Er schaffte es, sich aus dem Handwerkerdasein zu lösen und ins Rampenlich zu treten, um seine Position zum Leben auszudrücken und den Fokus der Öffentlichkeit auf seine Sichtweisen zu lenken.
Der Künstler spiegelt die Welt und ihre Gesellschaft in Form seiner Arbeit wieder. Er lebt in einer ambivalenten Wirklichkeit zwischen Außenseitertum und Akzeptanzsuche.
Er kämpft stets um Anerkennung und befindet sich ebenfalls immer in einem Kampf gegen sich selbst. Diese Rolle, die in der Antike die des Helden war, entstand mit der Zeit. Vor der Renaissnance war der Künstler ein Handwerker, der mit Pinsel und Farbe oder mit Hammer und Meißel umgehen konnte. Reine Auftragsarbeiten wurden von ihm erstellt.
Dann jedoch löste sich der Künstler aus den Zwängen. Seitdem hat sich das Bild vom Künstler als universalem  Intellektuellen bis zu einer Art „Popstar“ entwickelt.
Erst nach der Renaissance war die Fähigkeit der Schöpfung nicht mehr nur allein Gott zugewiesen. Die Befreiung des Künstlers leitete die Erfindung der Zentralperspektive durch den Maler, Architekten und Bildhauer Filippo Brunelleschi ein. Durch diese Art der Darstellung  konnte eine Illusion der Wirklichkeit erschaffen werden. Der Betrachter stand nun nicht mehr außerhalb, sondern konnte in eine vom Künstler entwickelte Welt eintauchen.
Als die ersten Maler dann als Hofmaler angestellt wurden, entwickelte sich die Emanzipation der Kunst und der Bilderfindung. Und je mehr Adelige und Päpste Bilder von bestimmten Künstlern besitzen wollten und dieser Ehrgeiz das Bedürfnis überlagerte, desto mehr wuchs auch die Autonomie des Künstlers.

Auch wenn sich der Künstler selbst so nicht wahrzunehmen mag, ist er als gesellschaftliche Ikone ein Produkt aus künstlerischen, sozialen und auch ökonomischen Faktoren. Seine künstlerische Bedeutung ist immer abhängig von allen Marktteilnehmern. Diese sind neben dem Künstler selbst Galeristen, Händler, Kuratoren, Kritiker und Sammler. So sind Künstler selbst als Person und ihr Werk Teil der offiziellen Kultur und Spiegel der gesellschaftlichen Werte, aber auch ein Produkt von ökonomischen Interessen.

Der Künstler sitzt, sobald er sich auf den Markt einlässt, zwischen den Stühlen. Einmal lebt er die Vorstellung des freien Individuums und des Schöpfertums, andererseits ist er vom Profit abhängig, der ihm seine Existenz sichert.

Die Geniereligion um Künstler besteht aber seit jeher und erlaubt ihm diesen Spagat, den er sich oft selbst nicht eingesteht, machen zu müssen.
Sie lebt vom Mythos, der sich oft um den Künstler als Genie rankt. Er ist kreativ, hat Vorstellungen, die der normale Mensch nicht hat und kann diese zum Ausdruck bringen.
Der Künstler als Typ sieht sich gerne als andersartig oder lebt ein Leben als solcher. Man lässt ihm Macken und Allüren durchgehen. Es scheint nicht verwunderlich, dass er sensibel und introvertiert zurückgezogen von der Welt lebt und arbeitet. Er ist von Depressionen zerfressen, eigen, selten wirklich anpassungsfähig und meist vom Alkoholismus gequält. Wie sonst, soll er denn auch dem Schicksal des Schöpfers begegnen? Muss es ihm denn nicht gestattet sein durch den Rausch und durch Drogen einmal eine Auszeit von seinem kreativen Laster zu erlangen?

So sieht man den Künstler gerne, und es treibt den Preis nach oben. Der Künstler ist eine undurchschaubare Gestalt, die an seinen Werken wie besessen arbeitet. Im Jahr 2003 wurde ein Film über den Künstler Dieter Roth von Edith Jud produziert. Roth wird als zerrissener und dadurch faszinierender Mensch portraitiert. Der Film, der finanzielle Unterstützung des Schaulagers in Basel erhielt, das zeitgleich eine Retrospektive Dieter Roths vorbereitete, steigerte nach seiner Veröffentlichung den Auktionspreisindex des Künstlers um 50 Prozent. (Dossi, Piroschka: Hype. Kunst und Geld. Deutscher Taschenbuch Verlag, München. 2007. 4. Auflage 2008, S. 190)

Der Kunde ist begeistert, wenn er hinter die Kulissen des Künstlers blicken darf. Denn durch den Kauf erwirbt er auch einen Teil des Künstlers und taucht mit ein in seine Welt. Und das ist oft das, was eigentlich den Ausschlag gibt. So schwärmte der Großsammler Friedrich Christian Flick nicht von der Videoinstallation von Bruce Naumann, sondern von der Reise in eine andere Welt: „Ich bin einer der wenigen, dem er erlaubt hat, ihn zu besuchen. Er lebt sehr zurückgezogen in Galisteo, New Mexico, auf einer Farm. Er ist Künstler, aber genauso sehr Cowboy. Er züchtet Pferde. Ist doch verrückt, oder?“ (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst. Eine Qualitätsprüfung. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008, S. 47, Anmerk. 24)

Der Starkult und sein Mythos ist in der kommerziellen Kunstwelt zum schlagendsten Verkaufsargument geworden.

Und auch wenn der Künstler sich selbst ungern verkauft, im Endeffekt ist er doch vom Geld abhängig, weil er seine Miete bezahlen muss und nicht wie die anderen 95 Prozent noch einen Nebenerwerb bestreiten möchte. (Rauterberg, Hanno: Und das ist Kunst. Eine Qualitätsprüfung. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2008, S. 77) Oft ist es die mangelnde Fähigkeit, die eine Selbstvermarktung zulässt. Außerdem sind es die Galerien und Kuratoren, die die wahre Qualität nicht erkennen und sich dem korrupten Kapitalismus verschrieben haben.

Manche halten sich wacker als Hardliner und verachten alles, was mit dem Markt zu tun hat, während sich andere schon „warenförmiger“ geben und ihr Werk dem Gebrauch und den Vorlieben des Sammlers anpassen. Das lernen Studenten der Kunsthochschulen. Die Vernetzung in der Szene ist das A und O. So erarbeiten die freien Kunststudenten zur Abschlusspräsentation doch eine Art erste Auftragsarbeit. Und bei der Vernissage dieser drücken sie den Gästen doch eine Preisliste in die Hand, als ginge es bei der Kunst nur um das Verkaufen.
Es werden Kunstwerke so produziert, dass sie auch gut digital versendbar bleiben, teilweise malen die Künstler gar nicht mehr selber, haben Angestellte oder ganze mittelständische Unternehmen, die ihnen zuarbeiten.

Ob ein Künstler der Vermarktung frönt oder dem Idealismus treu bleibt, er möchte in der Regel seine Werke präsentieren, und er möchte Anerkennung und Bestätigung. Geld und Verkäufe bieten ihm diese Anerkennung, die er durch den Verkauf monetär erfährt.

Die Differenzierung zwischen Maler und Künstler hat Picasso einmal erklärt: „Ein Maler malt, was er verkauft. Ein Künstler verkauft, was er malt.“ (Kunst-Sponsoring durch Banken — Das Beispiel des Kunstkonzepts der Deutschen Bank AG von Professor Dr. Hans E. Büschgen, 1996) S. 7.

Text aus der Diplomabschlussarbeit (2009) von Peer Kriesel
»Wie Kunst und Design aufeinandertreffen. Eine Studie über die Vermarktung von Kunst.«

URBAN NATION MUSEUM in der Bülowstraße in Berlin

URBAN NATION MUSEUM eröffnet mit Besucheransturm: Tausende Kunstbegeisterte kommen zum Eröffnungsfest in der Bülowstraße

In Berlin ist mit dem URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART eine bislang einzigartige Plattform für urbane Kunst entstanden. Nach vier Jahren Planung öffnete das Gebäude in der Bülowstraße am Samstagabend zum ersten Mal seine Türen für Besucher. Die Umgebung verwandelte sich mit 50 Spots, darunter Installationen, Wandgemälde und andere Interventionen, in eine Open-Air-Galerie. Insgesamt wollten über 13.000 Menschen das Spektakel auf der Straße und 7.000 Personen das Museum selbst sehen. Mit dabei: Die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters, der Regierende Bürgermeister Michael Müller und weitere prominente Gäste.

„UNique. UNited. UNstoppable.“ – unter diesem Motto steht die erste Ausstellung, kuratiert von der Künstlerischen Leitung Yasha Young, des URBAN NATION MUSEUM FOR CONTEMPORARY ART, die bereits am Eröffnungswochenende Tausende von Besuchern anzog. Nach einer Begrüßung durch Dr. Christopher Vorwerk, dem Kaufmännischen Direktor des Museums, machten Festreden der Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller und der Direktorin Yasha Young den Auftakt des Eröffnungsabends am 16. September. Anschließend öffneten sich um 19 Uhr die Museumstüren für alle Interessierten, die bereits eine lange Schlange entlang der Bülowstraße bildeten. Insgesamt strömten mehr als 13.000 Personen am Wochenende des 16. und 17. Septembers auf die Artmeile entlang der Bülowstraße und 7.000 Neugierige in das neue Haus für zeitgenössische urbane Kunst.

Auch die weltbekannte Fotojournalistin Martha Cooper war persönlich dabei, als die ersten Besucher das Museum betraten. Ihr ist ein ganzer Raum im Museum gewidmet: die Martha Cooper Library. Darin ist ein bedeutender Teil ihrer Sammlung zu finden, den sie URBAN NATION überlassen hat und der künftig zu Forschungszwecken zur Verfügung steht. Ihre Fotografien sind die ersten Zeugnisse der Urban Art und dokumentieren deren Entstehung seit den 1970er Jahren.

Eine einzigartige Sammlung
150 Werke etablierter Künstler und Newcomer werden seit dem Wochenende im URBAN NATION MUSEUM ausgestellt und wurden hierfür speziell angefertigt. Ein Aufmerksamkeits-magnet war für die ersten Besucher in der Bülowstraße 7 etwa das in die Originalmauer hineingearbeitete reliefartige Männerporträt des portugiesischen Künstlers Vhils. Auch vor dem farbenprächtigen Werk der Berliner Künstlerin Mimi S. blieben viele Kunstinteressierte stehen und tauchten in die Komplexität der Figurenzusammenstellung ein. Motive von Szene-Ikonen wie Shepard Fairey oder The London Police wurden im URBAN NATION MUSEUM bewundert. Ziel des zehnköpfigen Kuratorenteams unter der Leitung von Yasha Young war es, die verschiedenen Stile, Techniken und Entwicklungen der Szene abzubilden.

Bereits die gemeinsam mit dem Architektenteam von GRAFT entwickelten Räumlichkeiten sind eine Attraktion: Der Betrachter erlebt beim Laufen über die brückenartige Highline die Kunstwerke aus verschiedenen Perspektiven. Durch die besondere Architektur des Raumes mit einem Boden aus Asphalt begibt sich der Museumsbesucher auf eine Entdeckungstour – ebenfalls eine Anlehnung an das Erlebnis auf der Straße.

Besucher der Artmeile füllten die Bülowstraße
Voller Höhepunkte war auch das Programm, das die Besucher vor dem Museum erwartete. Kurz vor 19 Uhr enthüllten drei Fassadenkletterer am Giebel des Museumsgebäudes ein Kunstwerk der französischen Streetart-Ikone Invader, sein größtes in Berlin. Direkt danach tanzte unter dem U-Bahn-Viadukt die weltbekannte Breakdance-Gruppe „Flying Steps“. Eine Installation des spanischen Künstlers Gonzalo Borondo aus Glas und Licht ließ ein geisterhaftes Pferd durch den Raum traben. Neben weiteren Installationen und Plastiken, darunter ein Affenfelsen des Berliner Künstlerduos Herakut, waren Hausfassaden von Urban-Art-Künstlern kreativ in Szene gesetzt worden. Einige konnten live beim Sprayen beobachtet werden. Auch der Sonntag bot den Gästen der Artmeile außergewöhnliche Kunst-Performances, wie etwa die der polnischen Häkel-Künstlerin Olek oder der bekannten südafrikanischen Künstlerin Faith 47. Außerdem machten eine Skater-Rampe, Open-Air-Yoga und Graffiti-Workshops das Wochenende zu einem bunten Quartierfest, das von der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag unterstützt wurde.

Mehr als eine Ausstellung
Michael Müller und Monika Grütters zeigten sich in ihren Reden begeistert über die Bereicherung der Berliner Kulturlandschaft. Insbesondere da das URBAN NATION MUSEUM mehr als eine reine Ausstellungsfläche sein wird: In ihrer Eröffnungsrede betonte Yasha Young, dass das Haus die Geschichte der Urban Contemporary Art erzählen und bewahren will. Auch die Unterstützung neuer Künstler gehört zu den Kernzielen von URBAN NATION. Darüber hinaus steht der Austausch mit der Nachbarschaft und die Vermittlung von Kultur und Kunst im Fokus des neuen Museums: Insbesondere Jugendliche sollen auf diese Weise inspiriert und gefördert werden.

Bis ins nächste Jahr können Besucher die aktuelle Ausstellung genießen, dann wechseln die Werke. Auch die Fassade des Museums wird immer wieder neu gestaltet werden – mobile Fassadenelemente machen dies möglich. Das Haus wird so selbst zum Kunstwerk im Stadtraum. Ein Bildband unter dem Titel „The Making of URBAN NATION“ erzählt auf rund 100 Seiten die Vision, Entstehungsgeschichte und bisherigen Projekterfolge des Museums. Das Buch kann im Museum käuflich erworben werden. Geöffnet ist das URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART ab sofort dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Wir verlosen zwei Goodie-Bags mit kleinen Überraschungen anlässlich der Eröffnung des URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART. Die Gewinner stehen fest, sind benachrichtigt und die Bags raus! Vielen Dank fürs Mitmachen… Namen und Anschrift nicht vergessen. Einsendeschluss ist der 6.10.2017/24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die zwei GewinnerInnen werden anschließend per Mail benachrichtigt.

URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART

Bülowstraße 7
10783 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Berliner Liste 2017 – 15.–17. September 2017 im Postbahnhof

Am Donnerstag, 14. September, öffnet im Postbahnhof am Ostbahnhof die Kunstmesse Berliner Liste ihre Tore. Bereits zum vierzehnten Mal präsentiert die Entdeckermesse ein breites Spektrum internationaler zeitgenössischer Kunst zu erschwinglichen Preisen. Auf 4.000 Quadratmetern zeigen 90 Aussteller aus 34 Ländern und fünf Kontinenten neben Malerei, Zeichnung und Druckgrafiken auch Skulpturen, Installationen, Medienkunst sowie Fotografie und Urban Art. Die Messe ist ein Besuchermagnet sowohl für junge Kunstliebhaber, die hier zum Teil ihre ersten Kunstkäufe tätigen, als auch für etablierten Sammler, die hier ihre Kollektionen erweitern oder neue Talente entdecken.

Alias, (fake)Smile, courtesy OPEN WALLS GALLERY
Peer Kriesel, Maskenball, courtesy the artist
Andrey Kezzyn, Klimt 1, courtesy the artist

Noch nie war das Angebot an Ausstellern so international wie in diesem Jahr. Dabei reicht das Spektrum von der Präsentation junger, aufstrebender osteuropäischer Kunst aus Russland, Rumänien, Weißrussland, Estland und der Ukraine über Präsentationen aus nahezu allen west- und südeuropäischen Ländern bis zu Ausstellern aus Kanada, den Vereinigten Staaten und Israel. An den Messeständen aus dem asiatischen Raum kommender Teilnehmer erwartet die Besucher neben zeitgenössischer buddhistischer Thangka-Kunst und moderner Keramikkunst aus Japan, Taiwan und Hong Kong auch ein spannender Einblick in die Kunstszene der Philippinen. Square Rock.aus London zeigt eine Schau rund um die Star Wars Saga entstandener Werke, die ukrainische Künstlerin Natalia Ohar thematisiert die Vergangenheit und die gegenwärtigen Realitäten in ihrer Heimat, und die von der Open Walls Gallery präsentierte französische Künstlerin Madame Moustache kreiert mit einem feinen Gespür für das Thema Geschlechteridentität komplexe Collagen mit Schnurrbart tragenden Mädchen.

Jean-Pierre Kunkel, Pool No. 10, oil on canvas, courtesy Galerie Marion Stoeter
ANTHONY KNAPIK-BRIDENNE, SONIC MASC, courtesy SQUARE ROCK LTD.
Levalet, De le profondeur de la superficie, courtesy OPEN WALLS GALLERY
TRAVIS DURDEN,YODEA ANGEL, courtesy SQUARE ROCK LTD.
Chris Lo, Piano, courtesy Giant Year Gallery

Gleichzeitig bietet die Berliner Liste eine einzigartige Plattform für die lebendige Berliner Kunstszene. Neben hier beheimateten Galerien und Projekten zeigen vor allem eine Vielzahl von Künstlern, wie vielfältig und spannend die Kunstproduktion in der Hauptstadt sein kann. Das Spektrum reicht von großen Wandtableaus der Künstlerin Anna Vonnemann, über die Textil-Plastiken von Nina Krüger-Schmale und gesellschaftskritischen Wimmelbildern und Fahrschein-Übermalungen von Peer Kriesel bis zu den als „Neo Grotesque“ bezeichneten Arbeiten des interdisziplinären Geschichtenerzählers Dante Galic.

Liebhaber der Fotokunst sollten keinesfalls den Besuch der Photography Section verpassen. Zu den Arbeiten, die man hier bewundern kann, gehören die abstrakten Farbwelten des Berliner Fotografen Henry Landers, die Fotografien aus der Surreal-Pop-Serie von Dr. Helge Paulsen oder die Fotografien bizarrer Inszenierungen des russischen Kunstfotografen Andrey Kezzyn. Ein weiteres Highlight, die Fotokunst von Mujaheda Khowajazeda, die von der wechselvollen und erschütternden Geschichte ihrer Heimat Afghanistan erzählt, mit klarem Blick vornehmlich Frauen porträtiert, und ihnen somit ein Gesicht und eine Stimme gibt.

Für ein interdisziplinäres Messeerlebnis steht das Projekt The Temple, ein Gesamtkunstwerk der Künstler Vera Kochubey und Mischa Fanghaenel in Kollaboration mit AP Entertainment. Zum Eröffnungsabend präsentiert The Temple eine audiovisuelle Licht- und Kunstinstallation mit Live Painting und Contemporary Dance Performance des russischen Tänzers und Choreografen Valentin Tszin musikalisch begleitet von der Berghain-Ikone DJ Rødhåd.

Und erstmals gibt es in diesem Jahr zur Berlin Art Week auch eine limitierte Berliner Liste Edition. Die Idee passt perfekt zum Profil der Entdeckermesse, getreu dem Motto: Jeder sollte in der Lage sein, ein Kunstwerk mitzunehmen. Ausschließlich im Rahmen der Messe werden, beim Leipziger Kunstverlag Posterlounge produzierte, hochwertige, auf die kleine Auflage von zehn Exemplaren limitierte und signierte Drucke von zehn aufstrebenden Künstlern zu einem erschwinglichen Verkaufspreis von 100 Euro angeboten.

BERLINER LISTE – Die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst

15. – 17. September 2017 | Opening Donnerstag 14. September 2017, 18:00 – 22:00 Uhr

Öffnungszeiten:
Freitag – Samstag: 13:00 bis 22:00 Uhr
Sonntag 11.00 bis 19:00 Uhr

Postbahnhof am Ostbahnhof
Straße der Pariser Kommune 8
10243 Berlin

Eintritt: Tagesticket 13 €, Tagesticket ermäßigt 9 €, beides inkl. Katalog
Zum Opening am Donnerstag, 14. September, 18.00 – 22:00 Uhr, ist der Eintritt frei.

www.berliner-liste.com

Jim Avignons PERMANENT HELLO auf der Berliner Liste 2017

Unter dem Titel „PERMANENT HELLO“ zeigt die Urban Art Section der Berliner Liste in Kooperation mit der Urban Spree Galerie eine Soloshow des in Berlin lebenden Künstlers Jim Avignon. Erleben Sie die fantasievolle Welt des Künstlers während der Berlin Art Week  vom 15. bis zum 17. September 2017 im Postbahnhof am Ostbahnhof, nur wenige Meter von seinem großen Wandbild an der East Side Gallery entfernt.

Jim Avignon, La Liberte
courtesy URBAN SPREE Galerie

Jim Avignon ist Maler, Illustrator und Konzeptkünstler. Immer wieder sucht er die Konfrontation mit dem Establishment und lässt dabei offen, ob er nun Pop-Art, Street-Art, ein Picasso on acid oder einfach nur der schnellste Maler der Welt sein will. Sein Markenzeichen sind leuchtende Farben, gelegentlich beißender Witz, unprätentiöses Material und ein schwindelerregender Output.

Jim Avignon, Human Nature
courtesy URBAN SPREE Galerie

Die Ausstellung „PERMANENT HELLO“ beschreibt in Bildern und Installationen den Spagat zwischen virtuellem und tatsächlichem Leben. Der Künstler thematisiert die schleichenden gesellschaftlichen Veränderungen durch das Internet und die sozialen Netzwerke sowie die tragischen, aber oft auch komischen Versuche des Menschen, mit dieser Technik Schritt zuhalten.

Jim Avignon, Installation

In den Avignons Motiven mischen sich Themen aus Politik und Gesellschaft, Kunst und Popkultur mit Figuren aus der Welt der Märchen und Fabeln. Tiere verkörpern menschliche Zustände. Hinter einer oft heiteren Grundstimmung lauert das Unbekannte. In Avignons Fantasiewelten stehen austauschbare Sonderlinge aus dem Katalog einer postmodernen Gesellschaft herum. Auf den lebhaft leblosen Ausdrücken ihrer Gesichtern spiegelt sich eine Mischung aus Gefühl, Langeweile, Unentschlossenheit und Resignation wider. Aus dem weiten Spannungsfeld von Kunst, Musik, Medien und Markt bezieht und überträgt der Künstler zentrale Konzepte seines Schaffens, wie zum Beispiel das Sampling, die Cover-Version oder die Gamification.

Jim Avignon lebt und arbeitet seit über 20 Jahren in Berlin. In den 1990ern war er vor allem durch seine zahlreichen Clubdekorationen als Maler der Technoszene bekannt. 2013 machte er von sich reden, als er in einem inszenierten Flashmob sein denkmalgeschütztes Bild an der East Side Gallery unerlaubt neubemalte. Geschwindigkeit und Veränderung waren schon immer zentrale Themen in seiner Arbeit. Bereits eine seiner ersten Ausstellungen im Jahre 1991 hieß „highspeedworld“.

www.berliner-liste.com

Berlin Art Week: art berlin art fair 2017

Die neu gegründete art berlin ist eine Kooperation der abc art berlin contemporary und der Art Cologne. Als Weiterentwicklung der abc findet die Kunstmesse im September 2017 erstmalig statt und präsentiert rund 110 internationale und nationale Galerien aus 16 Ländern in der Station am Gleisdreieck. Neben junger sowie etablierter zeitgenössischer Kunst gibt es auf der art berlin Kunst der Moderne zu entdecken.

Während der 4-tägigen Laufzeit lädt die art berlin zu einem dichten Programm aus Veranstaltungen ein, die in Zusammenarbeit mit Berliner Künstlerinnen und Künstlern entwickelt werden. Das Programm umfasst Talks, Atelierbesuche, und Spaziergänge auf dem Messegelände und in der Stadt. Am Freitagabend bieten die an der art berlin teilnehmenden Berliner Galerien die Möglichkeit ihre Ausstellungen bis 21 Uhr zu besuchen.

14. September:
12 – 16 Uhr Preview

16 – 20 Uhr Opening
15. September: 11 – 19 Uhr
16. September: 11 – 19 Uhr
17. September: 11 – 16 Uhr

art berlin
STATION – BERLIN

Luckenwalder Straße 4 – 6
10963 Berlin

U-Bahn Gleisdreieck (U1, U2)

Weitere Infos unter www.artberlinfair.com

 

Berlin Art Week: POSITIONS Berlin Art Fair 2017

Vom 14. – 17. September 2017 präsentiert die POSITIONS Berlin Art Fair 84 ausgewählte internationale Galerien aus 15 Ländern mit ihren prägnantesten künstlerischen Positionen der zeitgenössischen und modernen Kunst.

Für ihre vierte Ausgabe kehrt die Messe in die 6.500 qm große Halle der Arena Berlin zurück und bietet somit erneut eine zentrale Lage direkt an der Spree.

Mit einem attraktiven Rahmenprogramm, Sonderausstellungen und weiteren Veranstaltungen bereitet die POSITIONS Berlin Art Fair die ideale Umgebung, um die internationalen Besucher im offiziellen Rahmen der Berlin Art Week zu empfangen.

Weitere Informationen über Rahmenprogramm, Öffnungszeiten etc. finden Sie bitte hier.

POSITIONS Berlin Art Fair
Arena Berlin
Eichenstraße 4
12435 Berlin

MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART zur Langen Nacht der Museen

Kurz vor seiner Eröffnung machen eine Ausstellung im Production Office von URBAN NATION sowie Live-Paintings in der Bülowstraße am 19. August 2017 neugierig auf das kommende URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART.

Es ist eine Premiere vor der Eröffnung: Erstmals bei der Langen Nacht der Museen in Berlin dabei, lädt das URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART zum Rückblick und zur Vorschau auf das kommende Museum ein.
Die Ausstellung von Arbeiten der bisherigen Project-M/-Reihe am 19. August findet im Production Office, Bülowstraße 97, statt. Darin präsentiert der australische Künstler James Reka eine Retrospektive der Werke, die in den letzten vier Jahren im Rahmen der Reihe Project M/ entstanden sind. Die Ausstellungsreihe war und ist ein Herzstück der Arbeit von URBAN NATION unter der künstlerischen Leitung von Yasha Young. Sie sorgte in der nationalen wie internationalen Kunstszene für äußerst positive Resonanz. Eingebunden sind Werke von Szene-Größen (u.a. Shepard Fairey und Daan Botlek) und Newcomern. Wie beim bald eröffnenden Museum wird auch in der Langen Nacht die Straße als Referenz und Ausstellungsort eingebunden: Vor der Tür des URBAN NATION Production Office können die Besucher unter dem Motto „Beyond Bülowstraße“ beim nächtlichen Live-Painting neuer Wandgemälde zusehen.

Die Neugier auf das kommende URBAN NATION MUSEUM FOR CONTEMPORARY ART, das am 16. September eröffnet, befeuern ab 18 Uhr Yasha Young, Künstlerische Direktorin, und der Kaufmännische Direktor Dr. Christopher Vorwerk. In der Bülowstraße 97 informieren sie über das Museumskonzept und die geplanten Aktionen zum Eröffnungswochenende.

37. Lange Nacht der Museen 2017
19. August 2017, ab 18:00 Uhr
URBAN NATION Production Office
Bülowstraße 97, 10783 Berlin

Programm

18:00 Uhr
Begrüßung
und Informationen zur Museumseröffnung von URBAN NATION am 16. September 2017 durch Yasha Young, Künstlerische Museumsdirektorin, sowie Dr. Christopher Vorwerk, Kaufmännischer Museumsdirektor.

18:00 bis 2:00 Uhr
Ausstellung „Beyond Bülowstraße // Project M/ 2013–2017“

18:00 bis 2:00 Uhr
Performance Live-Painting unter dem Motto „Beyond Bülowstraße“ (Ort: mehrere Fassaden auf der Bülowstraße, Berlin)

Weitere Infos unter www.urban-nation.com