Ausstellung: 23. Juli – 23. Oktober 2020

Der Vorhang ist gefallen, der Zuschauerraum leer. Doch zwischen den Kulissen regt sich etwas: Die rätselhaften Tableaus von Christoph Rode entführen den Betrachter in eine theatralische Welt. Nichts scheint real, alles aber obskur, wie eine verlassene, nächtliche Bühne. Dabei durchdringen sich in den zwielichtigen Panoramen gegensätzliche Sphären: Innen- und Außenraum sind hier zu paradoxen „Biotopen“ verbunden. Bürgerliche Wohnzimmer verschmelzen mit Waldidyllen zu einer Melange deutscher Befindlichkeit. Bevölkert werden diese surrealen Habitate von grotesken Bewohnern, die im wahrsten Sinne kopflos durch die Räume spuken. Ohne individuelle Züge handelt es sich weniger um Charaktere als vielmehr um Typen, die als getriebene Akteure oder orientierungslose Statisten Teil eines undurchschaubaren Spiels sind. Es liegt etwas Traumwandlerisches in den Inszenierungen, deren additive Elemente wie die Kulissen eines verstörenden Bühnenbilds wirken. Der Eindruck der Assemblage wird noch durch eine collagenhafte Malerei gesteigert. In der Zusammenschau zeigen sich aber die stringenten Kompositionen des Künstlers, die alles andere als zufällig sind.

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