Am Dienstag, 8. April 2014 um 19 Uhr, eröffnet die Ausstellung „Die Halluzinierte Welt – Malerei am Rand der Wirklichkeit“ im Haus am Lützowplatz.

Eckart Hahn Abend, 2011 Acryl auf Leinwand, 80 x 60 cm Eckart Hahn
Abend, 2011
Acryl auf Leinwand, 80 x 60 cm
Sammlung Akselrad, Courtesy WAGNER + PARTNER, Berlin

Tilo Baumgärtel Helia, 2013 Öl auf Leinwand, 200 x 150 cmTilo Baumgärtel
Helia, 2013
Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm
Courtesy Galerie Kleindienst, Leipzig
Foto: Uwe Walter, Berlin

Philip Grözinger Why are you so quiet, 2012 Acryl, Öl, Ölkreide auf Leinwand , 165 x 145 cmPhilip Grözinger
Why are you so quiet, 2012
Acryl, Öl, Ölkreide auf Leinwand , 165 x 145 cm
Courtesy Galerie Christian Ehrentraut, Berlin

Halluzinationen lassen sich als Krise der Repräsentation beschreiben: Was wirklich scheint, ist lediglich das Produkt der Einbildungskraft oder einer Sinnestäuschung, hervorgerufen durch psychische Prozesse oder unter dem Einfluss narkotischer Substanzen. Entscheidend ist die Wirklichkeitsnähe der Halluzination beziehungsweise ihr Status als Realität in der Vorstellung des Halluzinierenden, welche von der echten Realität in wesentlichen Punkten abweichen kann. Derartige Erscheinungen wurden bereits in der Antike im Hinblick auf die kreative Macht menschlicher Fantasie und mitunter als göttlich inspirierte Visionen beschrieben, doch wurden sie ab dem 19. Jahrhundert zunehmend pathologisiert als Gegenstand der klinischen Psychiatrie. Wer etwas sieht, was andere nicht sehen, ist gemeinhin verrückt und steht außerhalb der normierten Gesellschaft.

Das Absonderliche, Verrückte und Abgründige steht nun im Mittelpunkt der Ausstellung „Die Halluzinierte Welt – Malerei am Rand der Wirklichkeit“ im Haus am Lützowplatz.  Auf die Malerei übertragen verweist der Begriff Halluzination zunächst auf ein korruptes Verhältnis zur Wirklichkeit. Die Regeln der Mimesis scheinen außer Kraft gesetzt. Brechungen und Störungen treten in den Vordergrund, in denen das Medium der Abbildung selbst spürbar wird. Doch benennt der Begriff auch eine spezifische generative Fähigkeit der Malerei, eine eigenständige Sichtbarkeit zu erzeugen. Während etwa Skulpturen durch die Verhaftung an das Material stets ein Teil unserer tastbaren dinglichen Wirklichkeit bleiben, kann sich die Malerei als ungreifbares Fantasma von ihr lösen. Verwoben im alternativen Realitätsentwurf manifestieren sich unsere Triebe, Wünsche oder Ängste.

Zu sehen gibt es Werke von:

Tilo Baumgärtel
Emmanuel Bornstein
GL Brierley
Philip Grözinger
Eckart Hahn
Ruprecht von Kaufmann
Michael Kirkham
Bernhard Martin
Justine Otto
Alex Tennigkeit
Herbert Volkmann

Ausstellung: 9.4. bis 29.6.2014

Haus am Lützowplatz
Lützowplatz 9
10785  Berlin